Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 257 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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II. Die zweite Tempelperiode. 257 Hrn. H. vorgenommene Antedatirung des Treibens der Missionäre, die Wohl in den damaligen Juden ihre Musterbilder finden sollen, (S. 394 und Anm. 5), aber nicht den Worten des Josephus zu entnehmen. Dieser (Alterth. XX, 2, 4) berichtet nur, daß jüdische Kaufleute am adiabenischen Hofe ein- und ausgingen und durch ihren vertrauten Umgang auf dessen religiöse Gesinnung eingewirkt haben. Die ״Zudringlichen und Ungerufenen" find eben in andern Kreisen zu suchen. Philo und die Apokalyptiker werden vielleicht von Hn. H. mehr citirt als nöthig, doch haben sie im Ganzen wenig Einfluß auf seine Darstellung gewonnen. Glücklicher Weise werden auch die angeblich alten Thargume so gut wie gar nicht genannt, trotzdem daß Hr. H. den alten Jrrthum nachschreibt (S. 95): ״Ein zur Zeit Jesu verfaßtes Thargum freierer Art ist das des Onkelos zur Torah und das jüngere des Jonathan ben Usiel zu den Propheten". Wir wollen diesen Satz, der auch, abgesehn von den unkritischen Annahmen über die Zeit der Abfassung, mehrfach Unrichtiges enthält, nicht weiter zergliedern; es genügt uns, daß diese, wenn Zeitgenossen Jesu, dann so sehr beachtenswerthe Zeugen, dennoch zum Vortheile des Buches sonst kaum genannt werden und der Vf. Hrn. Langen deren Ausbeute überläßt, auf den er sich denn auch einmal bezieht (S. 176). Am Schwächsten ist leider das Buch in der Benützung derjenigen Mittel, welche die einzig verläßliche Grundlage zum Aufbaue einer innern Geschichte jener Zeit bieten können, nämlich der thalmudischen Schriften. Hr. H. hat die zahlreichen Stellen, welche er anführt, secundären Quellen entlehnt. Er bedient sich theils der von älteren christlichen Gelehrten dargebotenen Stellen, theils derjenigen, welche in neueren jüdischen Schriften herangezogen werden. Die ersteren sind sehr unzuverlässige Führer, und gar viele Jrrthümer, die wir in dem Buche finden, sind offenbar denselben blos nachgeschrieben 1). Von den letzteren benützt er Jost, Herzfeld, 1) Der Art ist, wenn S. 81 der Spruch aus Abvth 1, 1 statt den Männern der großen Synode, Simon dem Gerechten beigelegt wird. — S. 127 Anm. 4 heißt es: ״In diesem Sinne ist auch die Geschichte Pirke Abotli 1, 3 auszufassen, nach welcher die mythischen Stifter der Sadducäer und Boöthuseu (l. B06-) den genannten Lehrsatz des Antigonus von Socho zum Ausgangspunkt genommen haben sollen. Ganz richtig wird dann weiterhin die saddncäische Läugnung der Auferstehung dem Lohndienst der Phari- Vierteltahresschrft. VI. 4. 17