Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 256 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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256 II. Die zweite Tempelperiode. an drei Stellen (S. 177 und Anm. 4. S. 181 und Anm. 3. S. 277 und Anm. 1), man habe sich mit einer Weissagung getragen nach Jesaias 56, 3—5, daß gerade durch Eunuchen das messianische Reich aufgerichtet werde, eine Uebertreibung, die nicht auf Rechnung des Josephus zu schreiben ist. — So weiß Jos. (Alterth. XVI, 1,1) Nichts von einer strengeren Schule des Schammai und einer milderen des Hillel, vielmehr berichtet er einfach, es sei wider die vaterländischen Sitten, einen Juden als Sklaven ins Ausland zu verkaufen. — Wenn der Vfr. (S. 303), nach Alterth. XVIII, 1, 6, den Pharisäern insgesammt die Behauptung in den Mund legt, man dürfe den Römern keine Steuern zahlen, und dann erst die Zeloten Zadok und Judas den Gaulaniten an die Spitze der Opposition treten läßt, so entspricht Dies nicht dem Berichte des Josephus und verschiebt die Stellung der Parteien. Vielmehr erhoben die gemäßigten Pharisäer keinen Widerspruch gegen die den Römern zu entrichtenden Abgaben, und nur die stürmischen Eiferer, die sich zu einer eignen Partei zusammenscharten und deren unbesonnene Heftigkeit von den Pharisäern keineswegs gebilligt wurde, pflanzten Dies als ihre Fahne auf. Daher wird denn auch die, nach den Evangelien, von den Pharisäern an Jesus gerichtete Frage, ob es erlaubt sei, dem Kaiser den Census zu geben, zwei Male (S. 306 f. S. 370) unrichtig dahin aufgefaßt, als werde eine das Volk sehr aufregende Frage Jesu zur Beant- Wortung vorgelegt; allein wie bereits in ״das Judenthum undseine Geschichte I S. 168 (2. Aufl. S. 172) erläutert ist, richten die Pharisäer und die Herodianer, also jene Abschattung der Sadducäer, welche sonst den Namen der Botzthusier trägt, die priesterlichen Verwandten und Hofleute des Herodes, an Jesus diese Frage als eine Versuchung, weil sie ihn in diesem Punkte mit den Zeloten in Einklang vermuthen und so einen Grund zur Anklage gegen ihn auffinden wollen. Der Vfr. selbst scheint sich S. 437 an diese Auffassung zu erinnern, stößt aber damit dann frühere Angaben um. — Daß das Haus des Antipas ״aufs Neue die Ehevorschriften des Gesetzes mit Füßen getreten", indem Salome ihren Vatersbruder Philippus geheirathet, sagt nicht Josephus, sondern fügt H. hinzu (S. 343 f.); in der That verbietet das Gesetz nach jüdischer Auslegung eine solche Ehe nicht. Ebenso ist die Behauptung, daß ״die Abgesandten der Schulen sich zudringlich überall einzuführen pflegten, wo man sie nicht gerufen", eine von