Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 4 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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II. Die zweite Tempelperiode. 247 Mattigkeit der Zeit hat vermuthen lassen, daß auch Annäherung und Verständigung gewonnen, Gemeinsamkeit der Bestrebungen, nicht Zerklüftung genährt worden. Glückauf zur größeren Versammlung! Unterdessen wollen wir es an den nöthigen vorbereitenden Erörterungen nicht fehlen lassen. 3. September. II. Innere Geschichte -er;weiten Tempelperiode nnd deren Behandlung ^). Noch heute wurzelt das ganze Religionsleben der gebildeten Menschheit in der Geistesentwickelung, welche sich in dem schmalen Erdstriche Palästinas vor zwei Jahrtausenden vollzogen hat. Noch immer ist Jerusalem der geweihte Mittelpunkt der frommen Empfindung. Dorthin schaut das offizielle Judenthum mit wahrer oder angelernter Sehnsucht. Es fehlt auch heutigen Tages nicht an Schwärmern, welche durch Anlegung jüdischer Colonieen in Palästina, durch allmäligen Erwerb des Landes die Wiederherstellung des judäischen Staates vorbereiten möchten?). Scharen von beschaulichen, freilich meist auch bloß müßig lungernden Ansiedlern sammeln sich um die nackten Trümmer, Versuche mannichfacher Art werden unternommen,, um ihnen einen menschenwürdigen Aufenthalt dort zu ermöglichen, und selbst bei den Einsichtsvollen kehrt von Zeit zu Zeit eine gewisse Romantik ein in Beziehung auf die ״heilige Stadt". — Verschiedene christliche Sekten, Griechen, Lateiner, Armenier, streiten heute wie ehedem um Besitz und Pflege des dortigen Grabes und dortiger Kirchen, und man betrachtet den Ort als den geeignetsten Herd einer weithin sich verzweigenden Missionsthätigkeit. Auch der Islam ist nicht blos als wirklicher Be- Herrscher von Land und Stadt daran betheiligt, sondern er blickt auch darauf hin mit überkommener Ehrfurcht. An die äußere Stätte knüpfen sich Erinnerungen aus der Vergangenheit, Pietätsgefühle in der Gegenwart, Erwartungen für die 1) Mit besonderer Rücksicht auf Hausrath's: Neutestamentliche Zeitgeschichte. 2) So ist ein gewisser Juda b. Salomo Chai Mali unermüdlich in kleinen Sendschreiben dieses Inhaltes, von denen als neustes mir vorliegt: Schibath Zion.