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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 4 (1868) · p. Seite 246

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
4 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 I. Die ,Rabbiner - Versammlung. ist nutzlos, da die Entscheidungen auch solcher Delegirten nicht mit gesetzlicher Macht bekleidet wären, sie ist schädlich, weil sie die Gesinnung fern hält und nur die äußerliche Mittelmäßigkeit zulassen würde. Wie? es sollten gerade die redlichen Männer fehlen, die sich nicht begnügen mit dem Strome zu schwimmen, sondern dem innersten Drange folgend, selbst hie und da Kampf und Zwiespalt nicht scheuen? sie die Männer ächter Gesinnungstüchtigkeit, sie die überzeugungstreusten, sollten nicht befugt sein mitzureden, wo es die Vertiefung der Gesinnung, die Belebung der Ueberzeugung gilt? Was nützen alle Compromisse, alle Erfolge, wenn die Mattigkeit der Gesinnung genährt, der lebendige Drang des Geistes ertödtet wird? Die Versammlung wies eine solche Zumuthung entschieden zurück, sie wollte freie Geister verschiedener Art, nicht tobte Abstimmungs - Maschinen, die von fernen Kräften bewegt werden, baar des eignen Willens. Darum also Rabbiner, Gelehrte, Gemeinde- Vertreter in gemeinsamer Berathung, wie sie nach freiem Antriebe sich einfinden. Grundfalsch ist es demnach auch, wenn behauptet wird, die Rabbiner hätten sich mit diesem Beschlüsse irgend eines Rechtes begeben oder aber sie wollten die Verantwortlichkeit für die Beschlüsse von sich ab auf die Schultern der Gemeinden wälzen. Wissenschaft und Leben sind für sie selbst die Lehensbriefe, die ihnen ihre Berechtigung verleihen; schmälern sie diese, wenn sie diese beiden Elemente zu noch stärkrer Betheiligung aufrufen? In ihre amtlichen Befugnisse ihren einzelnen Gemeinden gegenüber greift die Versammlung nimmermehr ein. Diese ist nicht abschließend, also für Nichts verantwortlich, ein jeder Einzelne steht für sich selbst ein, und Dies bleibt ihm ferner für seine Aussprache wie für seine Abstimmung. Was die Versammlung an moralischer Autorität erlangt, das ist ihr Ertrag, nicht ihre Verantwortlichkeit, und die Rabbiner werden jenen gern theilen mit den wackern Männern, die sich ihnen anschließen. — Lassen wir es vorläufig bei dieser kurzen Besprechung. Wohl verdienen die angeregten Gegenstände eingehende Betrachtung. Die kurzen Discussionen, welche sich in der knappen Zeit der Berathung an sie angeschlossen, haben schon׳ die verschiedenen Geistesrichtungen offenbart, und auch sie fordern zur Beurtheilung auf. Vorläufig freuen wir uns des Resultates, daß eine solche Aussprache erfolgt ist, des Resultates, daß mehr frisches Leben sich gezeigt, als die

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