Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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Von Hrn. &. M׳, Bukarest. 231 Stamm Levi als vermögenlos darzustellen vermochte, während derselbe viermal so große Revenüen hatte als jeder der andern Stämme! sJch habe diese Anfrage eines schlichten aber denkenden Bibellesers nnd Thalmudkenners mit Willen ausgenommen, um darzuthun, wie der gesunde natürliche Sinn, die nüchterne, ich möchte sagen die geschäftliche Betrachtungsweise zur kritischen Auffassung hindrängt. Diese brauche ich Wohl nicht weitläufig auseinanderzusetzen und will nur kurz darauf Hinweisen, wie das Verhältnis nach ihr sich stellt. Das Deuteronomium ist es allerdings, welches die Leviten immer mit den Armen, den Fremdlingen, den Wittwen und Waisen zusammenstellt, sie mit Armengaben zu bedenken, bei Festmahlen heranzuziehen empfiehlt; allein das Deuteronsmium kennt auch gar keine feste Abgabe, welche an Leviten zu entrichten wäre. Es weiß Nichts von einem Zehnten, der diesen gegeben werden soll, sondern nur von einem solchen, den die Eigenthümer selbst ״an dem Orte, den Gott wählt", verzehren; es weiß Nichts von zahlreichen Opfern, am Allerwenigsten von Fettstücken, die davon für den Altar ausgeschieden werden. Was den Priestern in Deut. 18, 3. 4. zugesprochen wird, wovon wieder die andern Bücher durchaus Nichts wissen, nämlich Bug — nur noch bei dem Opfer des Nasiräers Num. 6, 19 —, Kinnladen und Magen vom Opfer, ist offenbar späterer Zusatz'. Nirgends wird sonst im Deuter, von den Priestern schlechtweg, כז־־זכים, sondern von den Priesterleviten, דזכהונים הלוים, gesprochen, eine strenge Scheidung zwischen den Priestern und andern Gliedern aus dem Stamme Levi kennt das Deuter, nicht, wie auch V. 6 ff. beweist. Der Anstoß jedoch, den man in der ersten Zeit des zweiten Tempels, in der Zeit der Priesterherrschaft an dieser Gleichstellung nahm, gab, zumal da sie auch mit den andern Büchern des Pentateuchs nicht im Einklang stand, zu diesem wie noch etwa zu manch anderm Zusatze (etwa 21, 5) Veranlassung. In der Wirklichkeit fand die Ausführung der Zehntenabgabe an die Leviten große Schwierigkeiten und mußte erleichtert werden, dennoch aber waren die Priester als reich bekannt, als vom Gute des Volkes sich mästend verhaßt. G-i