Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2420992-2420995--1842-2422929- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
228 Aus Briefen. eifervolle Christen werden läßt! Und wie ״bequem hatte er es in seiner Hand'׳', auch noch den alten Nathan voll Rührung dem Kreuze zuzuführen, so daß er in überfließender demüthiger Dankbarkeit sein Geschick preist, das noch den Greis dieser Gnade würdigte! Und Saladin? Konnte er nicht sagen: wenn ich nicht Saladin wäre, ich möchte ein Mönch sein? Einfältiger Lessing, stehe auf und gehe bei Hn. Prof. Meßner wenigstens in die Schule, wenn Du nicht lieber gleich zu den Füßen Hengstenberg's sitzen willst! 30. Juli. Aus Briefen- Von Hrn. Rabb. Dr. Grüne bäum, Landau, 17. Febr. In meiner Sittenlehre re. S. 140 schrieb ich: ״Die Lehre von der Erbsünde und der Gnade auch in moralischen Dingen (xra6ä68t.) dieser weitere entschiedene Gegensatz gegen d. alte Lehre, hat Paulus zwar nirgends so weit ausgedehnt, wie die spätere Kirche und namentlich Augustin sie lehrt .... In einer giftigen Besprechung meines Buches nun in einem pfälzischen ultramontan-fanatischen kath. Sonntagsblatte, das fortwährend den Glaubenshaß schürt, wird der Charakter meines Buches als ״eine Verherrlichung des Judenthums und die frechste Beschimpfung Jesu Christi des göttlichen Stifters des Christenthums" kurz bezeichnet, und unter andern Vorwürfen, wie z. B. daß der Vf. ״Jesus Christus nicht als Gottes Sohn, auch nicht als Messias, nicht als Erlöser der Menschheit" anerkenne, was sich am Ende von einem Juden nicht anders erwarten lasse; daß Jesus nach ihm ״ein echter Sohn seines Volkes im ganzen vollen Sinne des Wortes", sogar ״ein echter Jünger des Pharisäismus, ein Hillel'scher Pharisäer gewesen sei, neben diesen und andern Todsünden, die dem Vf. vorgeworfen werden (von irgend welcher Widerlegung ist dabei gar keine Rede), treten als Ausdruck des vollen Zornes des Kritikers (!) folgende Worte als schwere Geschütze auf: ״Der Herr Bezirksrabbiner hat auch schon etwas gehört oder gelesen von der praedestinatio (Vorherbestimmung) und ״meint, es wäre das die Gnade auch in moralischen Dingen"; ferner wirft er der späteren