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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 227

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 227 (sequence 67)
Language
German
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4. Die Rathlosigkeit über Lesstng. 227 2. Ueber andere interessante Handschriften dieser Bibliothek ist mehr bekannt. So ist erst vor Kurzem in dieser Zeitschrift (oben S. 57 ff) über eine kleine Maßorah (bei Jaraez. N. 11 S. 116 f) berichtet worden; daß der dort erwähnte Gerschom nicht der berühmte Lothringer Gerschom ben Jehudah, ״die Leuchte des Exils" ist, braucht für den Kundigen nicht auseinandergesetzt zu werden. — Sicherm Vernehmen nach, hat Hr. Dr. Frensdorfs in Hannover sich eine Abschrift von dieser Maßorah-Redaction gemacht. — Eine andere Handschrift, eine Sammlung mehrerer Werke enthaltend (bei I. N. 15, S. 117), hat sich als die Quelle derschieden er neuerer Productionen nach einem^angeblichen Heinemann'schen Codex herausgestellt (vgl. Kirchheim in dieser Ztschr. oben S. 47 f). — Untersuchung verdient noch ein Bibelcodex (bei Jar. N. 1. 2 S. 115), welcher zu allen Büchern der Bibel auch das Thargum enthält. Aus ihm hatte Beck das Thargum zur Chronik zum ersten Male veröffentlicht und Einiges über ihn in seinem Widmungsschreiben mitgetheilt; allein auch das Thargum zu den übrigen Hagiographen ist von Wichtigkeit, da dasselbe noch sehr sorgsame handschriftliche Vergleichungen erfordert. Mögen die uns so nahe liegenden Schätze nicht unbenützt bleiben! 14. Juli. 4. Die Rathlosigkeit über Lessing. So hatten wir vor etwa sechs Jahren eine kurze Betrachtung überschrieben (diese Ztschr. Bd. H, S. 73. ff), in welcher die seltsamen Versuche, den todten Lessing nachträglich zu bekehren, charakterisirt wurden. Daß dieser Kitzel noch immer nicht nachgelassen, belehrt uns die Anzeige eines Büchleins: ״Kurd und Blanda. Ein j Nachspiel zu Nathan dem Weisen (Heidelberg 1867. 21 S.)", welche die neue evang. KZ. dieses Jahres N. 9 bringt. Dieselbe beginnt mit den Worten: ״Der Wunsch, das große Toleranzdrama ' Lessing's anders schließen zu sehen, als es eben schließt, ist sehr > natürlich bei allen, welche des Verfassers Absicht nicht theilen oder! nicht verstehen (?). Wer kann es gerne mit ansehen, daß edle Na-! turen im schalsten Deismus stecken bleiben, wenn ein Autor es so leicht und bequem in der Hand hat, sie gläubig werden zu lassen I" — Ja, wie einfältig war doch Lessing, daß er Recha-Blanda und Kurd, die, wenn auch mohammedanisches Blut in ihren Adern rollt, doch getauft und letzterer noch dazu ein Kreuzritter ist, nicht wirklich 15*

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