Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2420992-2420995--1840-2422927- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
226 Umschau. Literatur den Namen eines Vocals, und sind diese Namen sicher erst frühestens mit dem siebenten christlichen Jahrhunderte bei den Juden eingedrungen. Da jedoch Ewald das Gegentheil behauptet, muß er es natürlich besser wissen. Es genügt an diesem Beispiele. 12. Juli. 3. Ein Manuscript des jerusalemischen Thalmud und andere Erfurter Handschriften. 1. Vom jerusalemischen Thalmud ist bis jetzt blos ein einziges, in Lehden aufbewahrtes handschriftliches Exemplar bekannt, dasselbe, nach welchem die Bomberg'sche Ausgabe — zugleich die Mutter aller späteren — veranstaltet worden. Nicht minder bekannt ist der verwahrloste Zustand unserer Ausgaben; derselbe ist durch den des Codex veranlaßt, indem der Schreiber selbst sagt, er habe die Abschrift nach einem sehr fehlerhaften-Originale angefertigt, es sei ihm nicht gelungen, die Unrichtigkeiten genügend zu erkennen, kaum deren Hälfte zu berichtigen, so daß er die Nachsicht des Lesers in Anspruch zu nehmen sich gedrungen fühlt (Steinschneider im Lehdener Cataloge S. 342). Bei der, in neuerer Zeit noch wehr erkannten hohen geschichtlichen Bedeutung der jerusalemischen Gemara verdient die Nachricht von dem Vorhandensein noch eines weiteren Codex mit ganz besonderm Interesse ausgenommen zu werden. Ein solcher soll sich nämlich in der Erfurter Ministerial - Bibliothek finden. Diese Nachricht lesen wir in Dr. Adolf Jaraczewskh's ״Geschichte der Juden in Erfurt" (Erfurt 1868. VIII und 120 S. 8), S. 117 (vol. XII). Leider aber ist die Mittheilung über diese seltene und hochwichtige Handschrift so ungenügend, daß daraus nur die dringende Aufforderung an kundige Gelehrte folgt, sich mit diesem Funde eingehend Lekannt und darüber Mitheilungen zu machen. Soviel scheint aus den Worten des Hrn. I. hervorzugehn, daß auch dieser Codex nur die vier ersten Ordnungen enthält, jedoch nicht die Ordnung V (Kodoschim), welche von den Rabbinen des Mittelalters noch benützt worden. Die einzigen Worte des Beschreibers: ״Ist bis Theil V (Kodaschim) Buch (Perek) 1 fortgesetzt" wollen wohl nichts Anderes aussagen und bedeuten Wohl kaum, daß der erste Abschnitt etwa von Sebachim sich noch darin finde. Wir müssen die Aufforderung an Sachkenner, den Codex gründlich zu untersuchen, recht angelegentlich wiederholen. —