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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 225

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 225 (sequence 65)
Language
German
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2. Eine Recension Ewäld's. 225 zwischen den gemäßigten Pharisäern und den peinlich-schroffen Zeloten offenbart, wird im Namen des Thannaiten Joße bereits aus dem Ende des zweiten Jahrhunderts witgetheilt und war wohl schon früher im Munde des Volkes geläufig 1). Die Geschichte von Kamza und Bar-Kamza aber, gleichfalls allerdings das Israel widerfahrene Mißgeschick von sittlichen Gesichtspunkten aus beleuchtend, ist ein Zeichen, wie der Gesichtskreis sich in der Beurtheilung der großen Weltereignisse den Rabbinen, ״kaum zwei Jahrhunderte nach der Zerstörung des Tempels", wie Derenburg richtig a. a. O. ausdrück-!ich bemerkt, verengt hat und man im Stande war, dieses im Gange der Weltgeschichte Liefwurzelnde tragische Ereigniß auf eine Privatgehässigkeit zurückzuführen. Ob an dieser Geschichte mit Kamza und Kamzasohn etwas Wahres ist oder ob sie vielmehr eine freie Bildung der Volkssage ist, sich anlehnend an den Namen des Kompsos, Sohnes des Kompsos, der nach Josephus ein vornehmer Anhänger der Römer in Tiberias gewesen, bleibt hierbei Nebensache. Hr. Ewald, zu dem wir nunmehr zurückkehren müssen, macht jedoch aus Jochanan — Jochanan ben Sakkai! In seinem, des Zeitgenossen der Tempelzerstörung, Munde müßte das Geschichtchen eine bei Weitem erhöhte Bedeutung erhalten; deßhalb macht er, nachdem er über Jochanan b. Sakkai unnütze Worte macht und eine Paralleie zwischen ihm und Johannes aufstellt, daraus eine von Jochanan erfundene Parabel, welche die Parteien zur Besonnenheit führen sollte. Kamza und Bar-Kamza sind keine wirklichen Personen, sondern sie bedeuten — Kamez und Kleinkamez, Zere, so wie wir sagen: A und B! Freilich kannte weder Jochanan ben Sakkai noch der spätere Jochanan noch endlich die Gemara und die ganze Midrasch- ף Schon Der. macht darauf aufmerksam, daß Sacharin b. AbkuLos wentisch ist mit dem bei Josephus vorkommenden Zeloten S.. d. Amphikalos, von ihm auch iu einem andern Falle bei einer peinlichen Gesetzesübuug die Rede ist in Thoßeftha Schabbath e. 17 (ausgenommen b. Schabbath 143 a); auch dort wird lind zwar au ganz ungeeigneter Stelle, da daselbst gar kein Zusammenhang zwischen seiner Peinlichkeit und der Tempelzerstörung erfindlich ist, was aber umsomehr beweist, daß bei seinem Namen an diese Warnung zu denken schon geläufig war — diese Bemerkung angeknüpst, aber, wie auarn Midrasch zu Klgl. 4, 2, wo die Geschichte von Kamza und Bar-Kamza wieder erscheint, im Namen Ioße'S und in der kürzeren Form: עבורתנותו טל ד' זכריה בן אבקילוס טורפח את דז־־ליכל. — Auch die Abweisung der kaiserlichen Opsergabeu ist eine geschichtliche Thatsache, welche von Josephus aus den Genoßen Sacharins, Elasar b. Chauania, zurückgesührt wird. Vierteljahvesschrift VI. 3. ^5

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