Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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224 Umschau. nachgelassen vom Rabbiner Jakob Enden, vom Oberrabbiner M. I. Lewenstein in Paramaribo und Anderen. Erste Lieferung. Fl. 2." (vgl. oben). 30. April. 2. Eine Recension Ewalds. Seine Anzeige des Derenburg'schen Buches (essai u. s. w. vgl. diese Ztschr. Bd. V S. 261 ff.) von H. E.swald^ in den Gött. g. A. kann, weil sie gar zu charakteristisch, nicht mit Stillschweigen übergangen werden. Es wird daselbst — natürlich nach Der. S. 266 f. — die Kindersage aus Gittin 66 b erzählt, welche zur Veranlassung des Römerkampfes und der Auflösung des jüdischen Staates eine hartnäckige Privatfeindschaft macht, durch welche verleitet ein Gastgeber, welcher einen befreundeten Kamza einladen wollte, den durch Schuld das Boten erschienenen und von ihm gehaßten Bar-Kamza unter keiner Bedingung bei dem Mahle duldete. Dieser, auch über die mitanwesenden Gelehrten, welche seine Kränkung stillschweigend mitansahen, entrüstet, rächte sich durch eine Denunciation beim römischen Hofe, daß die Juden in Empörung gegen diesen seien und ein von seiner Seite dargebotenes Opfer abweisen würden. Bar- Kamza wurde selbst zum Ueberbringer eines Opferthieres gemacht, und er brachte demselben unterwegs eine kleine Verletzung bei, welche es nach dem jüdischen Gesetze zur Darbringung auf den Altar untauglich machte. Während man dennoch um des Friedens willen das Opfer annehmen wollte, drang Sacharia ben Abkulos mit der entgegenstehenden Ansicht, welche starr an der gesetzlichen Vorschrift festgehalten wissen wollte, durch, und als man, Verrath fürchtend, den Boten, welcher dem Thiere die Verletzung beigebracht, bei Seite schaffen wollte, verhinderte auch Dies Sacharia, und das Unheil brach herein. Diese Geschichte wird im Namen Joch an an's erzählt, des Schülers Rabbi's, welcher den ersten Grund zur jerusalemischen Gemara gelegt und in der Mitte des dritten nachchristlichen Jahrhunderts gelebt hat. Die Geschichte wird von ihm zur Empfehlung besonnener Erwägung und zur Warnung vor eigensinniger Schroffheit benutzt. Ferner wird von der Gemara gleichfalls unter seinem Namen die belehrende Bemerkung angeknüpft, daß die peinliche Starrheit des Sacharia die Veranlassung zum Tempelbrande gewesen sei. Letztere Bemerkung, die sich an wirklich historische Personen und Thatsachen knüpft und uns die Kluft