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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 221

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 221 (sequence 61)
Language
German
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5. Grätz* Geschichte. 221 er beide Männer, die keine Genies und keine felsenfesten Charaktere waren aber doch in sich und, soweit es ging, öffentlich gegen die Verkehrtheiten der Zeit einen energischen Kampf führten, unbillig herabsetzt: fo erhebt er andererseits wieder Moses Chajim Luzzatto, namentlich dessen dichterische Leistungen, ohne genügende Einsicht. Was ich früher (Wifsensch. Zeitschr. rc. Bd. IV, S. 250 ff) über dessen dramatisches Gedicht: Migdol Os gesagt, gilt im Grunde auch von seinem ״la-Jescharim Thehillah", von welchem Hr. Gr. mit arger Uebertreibung sagt (S. 383), Luz. habe sich darin ״eine eigne dichterische Sprache mit bezaubernder Jugendfrische, Schönheit und Wohllaut geschaffen". Ohne Luzzattos dichterische Begabung herabzusetzen, muß doch zugestanden werden, daß er sich Constructionen erlaubt, die ganz unhebräisch sind, und wer so am Geiste der Sprache sündigt ist kein Meister derselben. H Wir sehen auf beiden Seiten, in nüchternen Männern, wie Modena und Delmedigo, und in den gewaltsam in die Räthsel der Speculation vordringenden und sich in Schwärmerei verstrickenden, wie Luzzatto, Geschöpfe der Zeit, denen das Ringen mit deren Unklarheit nicht gelingen will. Selbst ein Spinoza war nicht ohne Anregung von ihr, zumal von der Kabbala, geblieben, wie auch Hr. Gr. richtig betont, er hat seinen Zusammenhang mit der Zeit, selbst mit den von ihm heftig bekämpften jüdischen Aristotelikern nicht aufgegeben (vgl. Wissensch. Zeitschr. Bd. V, S. 355). Aber auch die weniger klaren Geister, selbst die angesehenen Apostel Schabbaihai Zebi's waren stark philosophisch influirt, und so hätte Zur Charakteristik Chajon's die Stelle aus Ergas' Thochachath megullah (10a) nicht übergangen werden dürfen, CH. habe auf die Frage, warum die Welt zu einem bestimmten Zeitpunkte geschaffen worden sei und nicht früher? geantwortet, die Voraussetzung der Frage sei falsch ״die Schöpfung sei eben mit dem Schöpfer zugleich entstanden" יען בלעת שנתזרווה! זרבורא דירתה! דלבריא!ר. So ist eine Vertiefung der Geschichtsauffassung überall noch ו) Auch in la-J. Th. begegnen wir Satzverbindungen, wie ,בלי "יובלי ״Einige... Andere", אובד־! אשר אוכל, ich wollt', ich könnre, כנלו חפצתי, wie ich will, dem Demoustrativum ohne Artikel und dem Nomen vorange setzt, אין שוב אשר, es ist Nichts besser als daß, הבדז, was ״hierher" bedeutet, für ״hier", was ND, 'אבה (wohin) für wo, was איה heißen müßte, סוף עוד אבלצאכו, ich werde ihn noch finden und Aehnliches. Das ist weder hebräisch noch schön.

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