Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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216 Recensionen. He ״Lebenspflichten" statt: Herzenspflichten zugeschrieben wird und Dies so das ganze Büchlein durchgeht, so können wir die Ausführung nicht von einer tadelnswerthen Sorglosigkeit freisprechen. Eigne Dichtungen über jüdische Stoffe bieten die zwei Partieen in M. M. Kalis ch's ״Leben und Kunst" (Leipzig 1868. XVI und 262 S. 8), nämlich die dritte Abtheilung: Alttestamentliche und andere hebräische Uebersetzungen und die vierte: Biblische Dichtungen (von S. 139—199). Der Verfasser, den ernstesten Studien zugewandt, deren Resultate er in umfassenden gelehrten Werken in englischer Sprache darbietet, liebt es in den alten heimischen Klängen die tiefste Innerlichkeit des Gemüthes zu offenbaren, und so ist manches formgewandte und warmempfundene Gedicht ihm gelungen. 3. Juli. 4. Zur Literatur des Rückschritts. Rabbinische Gutachten sind die Tagbücher, die Memoiren rabbinischer Autoritäten, in denen sie ihre geistige und geistliche Thätigfeit, ihr Schaffen und Wirken, ihre Wünsche und Hoffnungen der Mit- und Nachwelt in den verschiedensten Rahmen überliefern. Was der Rationalist und Skeptiker in einsamer Klause zu denken sich erdreistet, lesen wir zuweilen hier in vorsichtigen verdeckten Worten dem Freunde unterbreitet; andrerseits was der Finsterling zu ergrübeln sucht, um die Erkenntniß der Wahrheit zu hintertreiben, wird hier in heiliger Einfalt mit den morschen Stützen veralteter Anschauungen in theoretischen oder praktischen Anfragen und Antworten niedergelegt. Von letzter Art liegt uns eine Gutachtensammlung von einem der berühmtesten Thalmudisten Deutschlands, von dem Rabbiner Zu Altona, He^rn Jacob Ettlinger, vor. Was derselbe vor vier Jahrzehnten gedacht und geschrieben, steht hier in harmonischer Eintracht mit den Geistesfunken, die seine nicht alternde Vernunft in der neuesten Zeit den halachischen Kieseln herausschlug und seine noch frische Geisteskraft wird gespeist und gesättigt von dem Glaubenseifer, der ihn beseelt und von dem Glaubenshaß gegen alle freisinnigen Elemente. Während er sonst nicht frömmelnd bei vorgelegten Fragen die erschwerende Seite herausklügelt, Zeigt er sich als eifrigen Vertheidiger und starren Anhänger aller obsoleten Gebräuche, die eine bessere Erkenntniß bereits hinweggespült hat. So erlaubt er z. B.