Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 215

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 215 (sequence 55)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2420973-2420992-2420995--1829-2422916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Frankl: Libanon. 215 Die vierte Auflage von L. A. Fr an kl's ״Libanon. Ein poetisches Familienbuch" (Wien 1868. XVI und 478 S. 12) ist ein genügender Beweis von dem reichen Anklange, welchen das Buch gefunden ׳und macht eine jede Beurtheilung überflüssig. Als Sammlung meist bereits veröffentlichter Gedichte verschiedener Verfasser aus einem fast tausendjährigen Zeiträume könnte das Buch auch blos von Seiten der Auswahl und Anordnung einer Kritik unterzogen werden. In der That würde ich, wollte ich eine eingehende Besprechung unternehmen, hierüber manches Bedenken geltend machen. Die Aufnahme einzelner liturgischen Dichtungen, wenn auch die Verfasser alt sind und die Uebersetzung ziemlich gelungen ist, nimmt dem Plane jeden beschränkenden Halt. Die äußerliche alphabethische Anordnung aber nach dem Namen der Verfasser macht das Buch zu ׳einer ganz beliebigen Nebeneinanderstellung zusammenhangloser abgerissener Stücke, während nur die fortlaufende Folge an der Hand des geschichtlichen Fadens: alte biblische Stoffe, thalmudische, mittelalterliche Zeit, neuere und neuste Zeit, eine Illustration des Judenthums in seinem Entwickelungsgange und seinen wechselnden Ereignissen darbieten, würde. Indem ich jedoch die weitere Ausführung dieser und ähnlicher Bedenken, gegenüber dem Erfolge des Buches, einem in unfern Tagen durchschlagenden Maßstabe für die Berechtigung, unterdrücke, darf ich dennoch die Anforderung nicht verschweigen, welche an eine Sammlung besonders zu machen ist, nämlich die Correctheit der Angaben. Diese ist jedoch sehr wenig zuverlässig. So ist S. 98 ein Gedicht nach meiner Uebersetzung ausgenommen und ״Mose Esra" beigelegt, es gehört aber Abraham ben Esra an, wie es in meinen ״jüdischen Dichtungen" S. 35 f. ״das Judenthum und seine Geschichte" II S. 132 f. zu lesen ist. Ob die Abweichungen von mir Verbalhornung oder Druckfehler sind, weiß ich nicht; jedenfalls ist, abgesehen von Kleinigkeiten, in Strophe 4 V. 2 die Aenderung der Worte ״dem span'schen Weisen" . in ״den span'schen Reichen" eine gar arge Versündigung am Gedichte. Wenn der Sammler sich bemüßigt sieht, über die Dichter kurze Belehrung zu geben, so muß diese nicht durch Fehler mehr verwirren als anleiten. Wenn wir aber — um bei dem ersten Bogen zu bleiben — sogleich auf S. 1 einem Chalifen ״Alkahim" statt; Alhakim, den Brüdern ״ben Gait" statt: aben G'av begegnen, auf S. 15 von einem ״Josef ben Bakodah ben Bechai" statt: Bechai (Bachja) ben Jos. b. Bak. lesen, ihm ein Werk über

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.