Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
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Kohn: Samaritanische Studien. 213 Heimath oder doch außerhalb der nationalen Kreise lebend, nur griechisch sprachen. Für solche kann eine griechisch-samaritanische Uebersetzung bestanden haben, obgleich mir die Erklärung des 2a- {lagsLTMov noch immer besser scheint, welche ich bei der Besprechung der früheren Schrift Hrn. Kohn's gegeben habe. Der Vers, denkt daran, eine Ausgabe der samaritanischen Uebersetzung zu veranstalten. So dringend wünschenswerth eine solche Arbeit wäre, so sehr möchten wir ihm doch davon abrathen, wenn er nicht im Stande ist, eine neue Vergleichung der Handschriften oder doch wenigstens der einen, nicht im Vatican befindlichen und also Wohl leichter zugänglichen, vorzunehmen. Ich bin fest überzeugt, daß eine Menge falscher Lesarten in den Polyglotten nicht in der Handschrift, sondern in der Flüchtigkeit des ersten Herausgebers begründet sind. Vielleicht gelingt es auch noch eine oder die andre neue Handschrift heranzuziehen, wenigstens in Petersburgs). Sollte es Hrn. Kohn möglich sein, auf Grund einer genauen Vergleichung der Handschriften den Text Zu geben, dann wird er sich allerdings ein großes Verdienst erwerben; dann ist es auch an der Zeit ein neues Wörterbuch zu schreiben, aber nicht eher. Daß er die Ausgabe in Quadratschrift geben will, ist nur zu billigen. Das Prunken mit den fremdartigen, in den Drucken noch dazu höchlich entstellten Buchstaben hat keinen vernünftigen Sinn; freilich haben, die abschreckenden Charactere immerhin das Verdienst gehabt, leichtsinnige Sprachvergleichung, der die entstellten Formen des Samaritanischen sonst so sehr hätten willkommen sein müssen, etwas zu erschweren. Auch nach der Vergleichung von Handschriften werden wir es schwerlich zu einem reinen Text bringen. Hätten wir andere alte und sichere-^Documente der samaritanischen Mundart, so würde ich das nicht eben bedauern, denn für die Exegese und Kritik hat die liebersetzung ja im Grunde nur den Werth eines Curiosums. Aber so sind wir in linguistischer Hinsicht fast allein auf sie angewiesen, denn bei allen andern literarischen Dokumenten der Samaritaner, sowohl denen in aramäischer, wie denen in angeblich hebräischer Sprache, ist es stets zu bezweifeln, daß dieselben noch aus der Zeit *) Die große Masse der noch unbekannten Petersburger samaritanischen Handschriften wird freilich wohl nur aus liturgischen Sachen bestehen, wie deren die kgl. Bibl. in Berlin auch eine ziemliche Menge besitzt.