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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 207

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 207 (sequence 47)
Language
German
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Kohn : Samaritanische Studien. 207 fein werden, auch mein ausführlicher Aufsatz in der Ztschr. d.D.M.G. endlich vorliegen wird), keine Beachtung geschenkt hat, ist zu bedauern, lag. aber Wohl in äußeren Gründen. Schon die Gesammtanficht, welche der Verf. von der samaritanifchen Sprache hat, kann ich nicht theilen. Nach meiner Meinung ist das Samaritanische Nichts als ein einzelner Zweig des palästinischen Aramäisch, welches von Juden, Christen und Samaritanern seit dem Aussterben des Hebräischen und bis zum Ueberhandnehmen des Arabischen geredet wurde. Die Besonderheiten, soweit sie nicht aus der Eigenthümlichkeit der Uebersetzungsweise oder gar auf Textentstellungen beruhen, erklären sich aus der abgeschlossenen Stellung des Völkchens. Fremdwörter kommen hier wie in allen aramäischen Dialecten zahlreich vor und sind wie überall zum Theil in Form und Bedeutung entstellt und daher schwer zu erklären. Manche der seltsamen Wörter werden sich mit der Zeit noch als griechisch, lateinisch oder persisch ausweisen, andere werden verschwinden, je mehr es gelingt einen richtigen Text herzustellen; hierfür hat ja der Verf. selbst tüchtig gearbeitet. Ein Restbestand unerklärlicher Wörter mag immerhin bleiben; aber diese auf die fremden Ansiedler zurückzuführen, bleibt höchst mißlich. Denn erstlich ist es sehr unwahrscheinlich, daß unter diesen überhaupt Nichtsemiten waren; die entscheidende Stelle 2. Kön. 1-7, 24 spricht durchaus dagegen, während Esra 4, 9 sicher nicht echt, sondern ein Product jüdischer Gehässigkeit ist, welches die Samaritaner als zusammengelaufenes Gesindel aus aller Herren Ländern bezeichnen will. Sodann waren die Fremdlinge überhaupt, und ganz besonders die etwa vorhandenen Nichtsemiten, doch sicher den alten Einwohnern gegenüber so in der Minderheit, daß man einen nachhaltigen sprachlichen Einfluß derselben nicht annehmen darf. Dazu mußte ja diese Volkmischung bei den Galiläern doch mindestens ebenso groß sein als bei den Samaritern; denn daß sich jene später zum Tempel in Jerusalem hielten 0, ändert doch nichts an der Thatsache, daß sie Israeliten im engern Sinne, nicht Judäer waren. Man müßte dann also auch bei den Galiläern ״kuthäische" Wörter auffinden und sonstigen Einfluß dieser alten Fremdlinge auf die Sprache von Galiläa Nachweisen. Wer das nicht will, der darf ähnliche Annahmen auch nicht bei den Samaritanern wagen. Der Verf. möchte nun aber z. B. die Verwischung resp. den 0 Hierauf geht schon 2 Chron. 30,11 wo dies Verhältniß antedatiert wird.

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