Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
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Kohn: Samaritanische Studien. 205 erschwert. Der Verfasser hat kühner ausgehalten und ist allerdings durch eine Reihe schöner Resultate belohnt. Dieselben geben zum Theil nur die Bestätigung und weitere Entwicklung oder Präcisierung früherer Ansichten, zum Theil aber sind sie auch ganz neu. Hr. Kohn weist schärfer als einer seiner Vorgänger den freilich im Allgemeinen schon bekannten Satz nach, daß die samaritanische Uebersetzung ein höchst schwaches Product ist, in welcher der llnverstand unglaublich weit geht. Die zahlreichen vom Vers, gesammelten und scharfsinnig erklärten Beispiele müssen zum Theil auch den ernsthaften Leser zum Lachen reizen. Ich füge noch ein derartiges Beispiel hinzu. An einigen Stellen (wie Lev. 26, 44) verwechselte der Samaritaner ״ אףauch" mit ״ אףZorn" und übersetzte jenes durch ארגז (wie Gen. 43, 11 אפוא durch ארגזו)! Eine eigenthümliche Ansicht ist die, daß die Uebersetzung von verschiedenen Händen herrühre, gelegentlich aus Onkelos interpoliert sei, wie sie auch noch mancherlei andere Glossen enthalte. So auffallend mir die beiden ersten Punkte anfangs erschienen, so muß ich doch gestehen, daß Hr. Kohn sie sehr plausibel gemacht hat. Ein definitives Urtheil möchte ich allerdings nicht fällen, da es mir augenblicklich an Zeit fehlt, um die ganze Uebersetzung genau zu untersuchen, aber, wie gesagt, sehr wahrscheinlich ist die Sache. Von den vom Verf. aufgefundenen Glossen ist besonders ein Fall interessant. Gen. 7, 23 hat die Uebersetzung ואשתיר אף נח פוף für ויישאר אך נח. Hier ist das אף verschrieben für אך; ein Leser merkte das und schrieb פף —) פוף) dazu, um zu erinnern, daß statt des ף ein ך zu lesen sei und ein Abschreiber nahm dies פוף statt es richtig anzuwenden in den Text, in dem es noch jetzt prangt, von den Lexicographen mit der Bedeutung ״solus“ beschenkt (siehe S. 33). Das Verhältniß des Uebersetzers zu seinem Original betreffend, so möchte ich auf die Lesarten nicht den Werth legen wie Hr. Kohn. In den S. 37 Anm. angeführten Fällen ist die richtige Lesart des samaritanischen Pentateuchs auch ohne Hülfe der Uebersetzung überall durch die Handschriften gesichert. Dagegen dürften auch die entschieden falschen von keinem Codex bezeugten Lesarten, welche der Uebersetzer nach S. 40 ff. vor sich gehabt haben soll, bei genauerer Prüfung meistens wegfallen. So geht z. B. daraus, daß er ויגמל, Gen. 21, 8 durch ״ והקףund er ward hoch" (= זקף) übersetzt, noch nicht hervor, daß er ויגדל las; er nahm גמל einfach in der Bedeutung ״vollständig sein" u. s. w., woraus er leicht zu der