Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 204 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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- Helbo 1× ep/1004843
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204 Recenstonen. Der rabbinische Kommentar, der nach einer aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammenden Handschrift hier mitgetheilt wird, gehört einem Sprößling der nordfranzösischen Exegetenschule an, und theilt deren Vorzüge wie Mängel. Ein gesunder nüchterner Sinn faßt die Sätze in ihrer Einfachheit auf, reicht aber nicht aus, um Bücher wie das Hohelied und Koheleth, die mit poetischem und kritischem Blicke betrachtet werden müssen, vollkommen zu ׳ begreifen. Der Erklärer übersetzt wie seine Genossen ins Französische, sieht wie sie, außer den Paitanim Kalir, Salomo Ha-Babli (Klgl. 3, 41) und Gerschom (das. 5, 18), als Autoritäten auf Menachem ben Chelbo (Ruth 2, 7. Klgl. 2, 10. 3, 28) und Salomo ben Isaak (Raschi, Klgl. 1, 14); ob unter Saadia (das. 3, 5) der Gaon gemeint ist, wie zu vermuthen, bedarf noch der Untersuchung. Der Text der Handschrift bedarf nicht selten der Berichtigung, und Hr. H. verwendete auch darauf Aufmerksamkeit; doch ist gar Manches noch übersehen. Ich verweise nur auf Eines. Zu HL. 2, 8 ist בקי für כך zu lesen, und der Erklärer will sagen, כטגקף בלן bedeutet von außen hinein sehen, hingegen כ' בעד von innen durch das Fenster hinaussehen. Herr Hübsch ist kurz nach Beendigung der Schrift, zu welcher Zeit er noch in Prag als Prediger wirkte, in gleicher Eigenschaft nach New-Iork übergesiedelt, von wo aus uns diese Schrift wie ein Heft dort gehaltener Predigten von ihm zukommt. Möge sein Eifer für die Pflege der Wissenschaft nicht erkalten! 8. Mai. 2. Samuel Kohn, Samaritanische Studien. Beiträge zur samaritanischen Pentateuch-Uebersetzung und Lexicographie. Breslau 1868 — VI und 114 S. in Oct. Der Verfasser, von dem ich schon vor längerer Zeit eine scharfsinnige und gelehrte, wenn auch in ihren Endergebnissen zum Theil nicht glückliche Arbeit über den samaritanischen Pentateuch besprochen habe (Gött. gel. Anz. 1865 Stück 33) liefert uns hier eine eingehende Untersuchung des samaritanischen Targum. Ich habe mich wiederholt mit diesem merkwürdigen Denkmal beschäftigt, allerdings mehr zu linguistischen Zwecken als um dessen Bedeutung für Exegese und Kritik festzustellen; ich ward aber zuletzt immer wieder abgeschreckt durch die starke Verderbtheit des Textes, welche namentlich die Bestimmung des wirklichen Wortvorraths außerordentlich