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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 203

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 203 (sequence 43)
Language
German
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Hübsch: die fünf Megilloth. 203 Wortes von די, der genug hat, der es vermag, ist alt und Dies drückt die Umschreibung an unserer Stelle aus. Daß בחרכי Ruth 2, 9, er wird Dich beschädigen, nicht von חרא sondern von חדד stammt, berichtigt der Vrf. selbst zu Esth. 7, 4; dann ist aber auch die Ableitung des -חדי in der Baraitha von diesem Stamme hinfällig. Daß dieses überhaupt nicht ״Schaden" bedeuten kann und anders zu erklären ist, hat bereits richtig Weiß in seiner Ausgabe der Mechiltha (Bo 6. 18 S. 28 Anm. 10) nachgewiesen. Ein unglücklicher Gedanke ist, Ruth 4, 6 die Worte בלטל 'חסידות חימנותי דילי, wegen mangelnden Vertrauens — eine freilich ziemlich ungeschickte Glosse — in חסידות ändern und den Satz als einen Schwur betrachten zu wollen; dazu liegt gar keine Veranlassung vor. — Ueber אתכתש (HL. 1, 6) ist ausführlicher in dieser Ztschr. Bd. IV S. 120 gehandelt, תכא das. 4, 4 ist gleich תיכא zu fassen, das oben S. 152 f. besprochen ist. Die Phrase נמצא חילח, welche dem Vrf., wie es scheint, Klgl. 1, 14 unklar ist, obgleich er ihr nochmals Esth. 6, 13 begegnet, ist genügend in der Zeitschr. der Deutschen morgen!. Gesellsch. XIV S. 590 und XVII S. 758 besprochen. טדזד Klgl. 5, 13 zu lesen ist eine unglückliche Conjectur; das Wort heißt syr. und thalm. nur: Drang am After leiden, wie schon Urschrift S. 409 nachgewiesen ist. — Daß das syr. ולא, geziemend, angemessen, auch im Thalmudischen, wenn auch selten vorkommt, ist von Hrn. H. zu Esth. 1, 15 bemerkt; eine von Alters her bis jetzt mißverstandene Stelle findet dadurch ihre Erklärung. Die Worte!כל חלום ולא טוו, Berachoth 55 a werden nach dem Vorgange Aruchs und Raschi's recht unverständig erklärt: jeder Traum (ist gut), nur nicht Fasten (das geträumt wird). Dieser Ausspruch wäre an sich sinnlos und findet sich auch weiter nirgends eine analöge Aeußerung. Lesen wir hingegen ולא, übersetzen: Für jeden Traum ziemt ein Fasten, so ist Dies die ganz gewöhnliche Annahme im Thalmud, die sich besonders in dem analogen Satze ausgesprochen findet: יפח תענית לחלום כאש לנעורת (Schabbath 11 a Thaan. 12 b), für den Traum ist ein Fasten so gut wie Feuer für Werg, d. h. es verzehrt dessen üble Vorbedeutung. — Bemerkt mag noch werden, daß der Vrf. irrt, wenn er שאד Esth. 9, 12 und sonst mit שרבא übersetzt glaubt und daran Combiüationen knüpft; es lautet vielmehr שדכא (mit Kaf), was eben einfach Ueberrest bedeutet, wie das Wurzelwort und viele Derivate, die bei Cast, zwar gar nicht oder wenig belegt sind, doch oft Vorkommen.

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