Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 III. Zu L. Geigers: Ursprung der Sprache. Welche, wenn sie auch die Schrift kennen und schreiben, sie dennoch mißdeuten durch eigne Zusätze, wie denn Moh. so oft die Juden bekämpft, daß sie die Schrift fälschten nnd sie durch ihre falsche Deutung entstellten — weil sie ihn nämlich nicht darin finden wollten. Sprenger fügt dann noch schließlich hinzu, ein alter Philologe sage ausdrücklich: ״Ummier werden die Araber genannt, welche *) keine [geoffenbarte] Schrift besaßen". Indem nun Spr. meine Worterklärung das ummijjon als Nichtoffenbarungsgläubiger, d. h. Nichtschriftbesitzer, Heide aufnimmt, glaubt er seltsamer Weise — gerade wie es auch L. Geiger ergeht — von mir abzuweichen, und zwar — ebenso wie dieser — wohl weil er nicht genügend auf den innern Zusammenhang der Bedeutungen eingeht. In einer Anmerkung nämlich sagt Sprenger: ״Geiger S. 27 giebt dem Worte eine der Wahrheit sehr nahe kommende Bedeutung und leitet es richtig von umma, gens, ab. Dennoch hat er, wie es manchmal dem Scharfsinnigsten begegnet, das Richtige nicht getroffen. Wie mich Herr Kay versichert, heißt uxnmy auch im Rabbinischen gentilis. Im christlich-arabischen sagt man ummawy". Wieso und worin ich nicht das Richtige getroffen, kann ich wirklich nicht auffinden und Wohl ebensowenig der Leser, der dieser Untersuchung bisher aufmerksam gefolgt ist. Hr. Spr. läßt sich von einem Hrn. Kay aufbinden, ummy heiße im Rabbinischeu gentilis; das ist rein ersonnen, ummy kommt im Rabbinischen nie vor, ummotli (I1a-'01am) heißen Wohl ״die Völker (der Welt)", die nichtjüdischen Völker, aber selbst in diesem Plural nicht losgelöst von dem Völkerbegriffe als Nichtjuden überhaupt, noch weniger aber im Singular oder als ein aus diesem gebildetes Adjectiv ummi der Nichtjude. — Ebenso sagt nun L. Geiger mit etwas orakelhafter Kürze, daß Mohammed sich einen ummistou nenne, nicht wie ich angäbe, ״einen Mann aus dem Volke", sondern von dem hebräischen ummot, einen aus den Völkern, einen Heidnischen. Wie die Worte ״Einer aus der ummatou" bei mir aufzufassen sind, daß darunter Einer aus dem gesummten nichtoffenbarungsgläubigen, heidnischen Volke zu verstehen ist, ist aus der oben im Zusammmenhange mitgetheilten Stelle zu ersehen. Aber freilich wird bei mir auch klar, wieso Mohammed zu dieser Wortbildung kam, wie derselbe ף Spr. übersetzt ungenau: weil sie keine u. s, w.; das sagt das arab. Original: nicht aus.