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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 185

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 185 (sequence 25)
Language
German
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1. ״Völker^ und ״völkisch". 185 erringen mußte; das Wort verliert die Bedeutung, sobald das ganze Volk dem Islam huldigt, es bedeutet nunmehr blos den gemeinen Mann, den Ungebildeten, und die späteren Araber wußten demselben auch im Munde Mohammeds keinen andern Sinn beizulegen als den zu ihrer Zeit noch geltenden. Als diese richtige Auffassung des Wortes, wie es im Zeitalter Mohammeds zu verstehen ist, aber später nothwendig diese Bedeutung wieder einbüßte, zum ersten Male vor gerade einem Menschenalter wieder neu hervortrat, erschien sie so fremdartig, daß gerade die bedeutensten Arabisten sich gegen sie sträubten. Fleischer (Orient 1841, Lbl. N. 6 S. 67 ff.) will sie nicht billigen, und hält, verleitet von dem späteren herrschenden Sprachgebrauche, ohne Rücksicht auf die geschichtlich bedingte Umwandlung der Bedeutung, daran fest, ummalou heiße die Gemeinde gegenüber dem Vorgesetzten, dem imam, daher ummijjon, ein Mann aus dem Volke, ein gemeiner Mann. Allein die richtige Erkenntniß drang dann doch durch und Ward auf das Unwiderleglichste von Sprenger (das Leben und die Lehre des Mohammad Bd. II [1862] S. 401 f.) bekräftigt. Er bestreitet dort die Angabe, daß Mohammed des Schreibens unkundig gewesen, und fährt fort, daß diejenigen, welche das behaupten, ״sich auf die falsche Deutung des Wortes ummy stützen, weil er sagt, er sei ein Prophet der Ummier und selbst ein Ummier. Sie sagen, es bedeute einen Menschen, der nicht lesen und schreiben kann, während damit im Koran Jedermann bezeichnet wird, der nicht Schriftbesitzer ist. ummy ist von ummat; Volk, abgeleitet und heißt soviel als das lateinische gentilis". Es wird dann eine Stelle aus Wahidy angeführt, wo das Wort in derselben Bedeutung vorkommt, auf noch andere Belege, die er anderswo gegeben, hingewiesen, dann auch die Ansicht bekämpft, ״daß ummy einen Menschen bezeichne, der zwar lesen, aber nicht schreiben könne", eine Ansicht, welche zu ihren Gunsten die Stelle Koran 2, 73 anführt — eine Stelle, die auch Fleischer a. a. O. zu Hülfe ruft. Diese erklärt Sprenger dahin: ״Unter ihnen (den Juden) giebt es auch Ummier, welche nicht das Buch (die Bibel), sondern nur Speculationen kennen: ihr Wissen beläuft sich also snicht auf Kenntniß der göttlichen Offenbarung, sondern^ nur auf Vermuthungen. Aber wehe Jenen, welche das Buch (die Bibel) mit ihren Händen schreiben und fvon solchen Speculationenj sagen: Dieses geht von Gott aus". Der Sinn ist demnach, daß es auch unter den Juden welche gebe,

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