Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 3 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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184 III. Zu L. Geigers: Ursprung der Sprache. er sei ein Prophet fi’l ummijjina, unb dieses ummijjuna bedeutet gleich dem sonst vorkommenden djahilijjaton die Araber in ihrer früheren Unkenntniß des Islam, er aus ihnen hervorgegangen, nennt sich demnach, ganz ohne Beziehung auf eigne sonstige Kenntnisse, einen mm alummijjina oder einen ummijjon". In einer Anmerkung füge ich hinzu, daß das Wort von ummaton, Volk, abzuleiten sei und der Zusammenhang in der Bedeutung klar werde, ״wenn man die Entstehung des ähnlichen rabbinischen Wortes §01 betrachtet. Dieses in der hebr. Sprache Volk bedeutend, erhielt später die Bedeutung Nichtjude dadurch daß sich die Juden als eine Gesellschaft unter den übrigen Landesbewohnern, welche das Volk bildeten, erblickten. Ein ähnliches Verhältniß findet bei dem Wort 'am haarez Statt. So mußten auch die Moslemen Anfangs bei ihnr Minderzahl sich als kleines Häuslein gegen das große Volk, ummaton, betrachten, ein Jeder also, der sich nicht zu ihnen bekannte, war Einer aus der ummaton, ein ummHou, welches Wort dann natürlich nicht nur . auf die Nichtoffenbarungsgläubigen der Gegenwart, sondern auch der Vergangenheit ausgedehnt Wurde". Es ist demnach bereits vor 35 Jahren die Auffassung festgestellt worden, die sich mir heute noch als die einzig richtige bewährt, und die, wie wir oben gehört, von Grimm getheilt wird. ״Die Völker" gojim beißen den Juden die Nichtjuden, die Heiden (dann Wohl später auch die Christen), indem sie die Masse der Völker ihnen gegenüber r^präsentiren, §01 dann Einer aus den Völkern, ein Nichtjude. Diese Bezeichnung blieb fortdauernd in ihrer Geltung, weil das Verhältniß dasselbe geblieben. In den griechischen jüdischen Apokryphen bedeutet t« e&vr!, i&nxog dasselbe, auch Anfangs im Christenthum, wo es gegen die aus den Heiden Uebertretenden noch angewendet wird. Später als das Christenthum in sich den Unterschied zwischen Juden- und Heidenchristen verwischt, aber noch immer die nicht herrschende Minderzahl bildet, erhalten diese griechischen Worte wie das entsprechende lat. §6nt1118 und im Gothischen thludisko die Bedeutung heidnisch mit'dem Sinne (nichtjüdisch und) nichtchristlich, verlieren aber ganz die Bedeutung, sobald das Volk in seiner überwiegenden und zur Geltung gelangten Mehrheit christlich geworden. Dasselbe gilt nun von dem arab. ummijjon; ״der Mann aus dem Volke" ist ein Nichtjude, Nichtchrist und Nichtmoslem, d. h. ein Heide, so lange der Islam im Kampfe gegen die ihm widerstrebende Masse sich sein Dasein erst