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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 3 (1868) · p. Seite 174

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
3 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 174 (sequence 14)
Language
German
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174 II. Aus der Berliner Synagogen - Gemeinde. eine solche gemischte Gemüthsstimmung Genuß oder Nutznießung׳ genannt werden? Nach dieser falschen Auffassung müßte noch viel eher das Aufstellen eines prachtvollen Grabdenkmals oder das Bepflanzen der Gräber mit Blumen und Bäumen untersagt werden. Ich sehe in diesem Ankämpfen gegen das Anbringen eines in einer Kapsel enthaltenen photographischen Bildes nichts Anderes, als das Bekämpfen alles Neuerscheinenden, wie in der That auch gegen Blumen auf Gräbern noch vor wenigen Jahren ein Religionskrieg geführt wurde. Daß das Anbringen eines Bildes mit größerem Rechte bekämpft werden dürfte, weil es die Gefahr oder den Schein haben könnte, als würde bei dem Besuchen des Grabes dieses Bild angebetet, — das in unsrer Zeit gegenüber einem gebildeten Menschen zu behaupten, ist mehr als Kühnheit. Nothwendiger wäre für Ungebildete heute noch die Warnung des Maharil, sich mit seinen Gebeten nur an Gott, nicht an die Verstorbenen zu wenden (Beer Heteb zu Or. Chajim c. 582 §. 17). Nach dieser Auseinandersetzung wird es einleuchten, daß das Anbringen eines photographischen Portraits eines Verstorbenen auf dessen Grabstein religiös zulässig ist. 2. Aufnahme von Proselhten ins Judenthum. Seitdem Aub hier seine Funktionen übernommen hat, nahm er 13 Damen, worunter einige, die schon mehrere Jahre mit einem Juden gerichtlich getraut waren, in das Judenthum auf. Nach dem ersten Falle richtete Rabbinats-Assessor Rosenstein nachstehende Zuschrift unter dem 23. Oct. 1866 an Aub: Ew. ... haben am vergangenen Mitwoch eine Dame christlichen Glaubens unter Begleitung einer jüdischen Frau zur Tauche geschickt, damit dieselbe im Beisein zweier Frauen vwd גרות sei. Abgesehen davon, daß es mein festes Princip ist, mich mit Proselhten gar nicht zu befassen*) laut Vorschrift des Thalmud, da die Motive zur Glaubensveränderung doch nur in den äußerst seltenen Fällen aus wirklicher Begeisterung für. die jüdische Religion *) Bemerkung des Einsenders: Doch hat thatsächlich Hr. Rosenstein schon christl- Herren und Damen ins Judenthum ausgenommen, und weist solche meines Wissens noch heutigen Tages nicht zurück.

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