Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 301 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Immanuel, Freund Dantes. 301 Kehren auch wir nun endlich von dem langen Gange, den wir bei der Betrachtung Immanuel's gemacht haben, zu Hrn. Feodor Wehl zurück! Seine Bearbeitung bietet nichts Neues, aber sie stellt geschickt und in anmuthiger Form Gegebenes zusammen; allein immer bleibt die Frage unbeantwortet: wer ist der ״ernste Mann der Wissenschaft", der ״bei seinen Nachforschungen in der italienischen Literatur" so unerwartet ״auf Manoello gestoßen" und nun es sich Zur Aufgabe gemacht, denselben mit seinen Schöpfungen der Jetztzeit wieder in Erinnerung zu bringen"? 1. Dec. NS. Nachträglich ersehe ich aus einem Berichte in der Allg. Zeit. d. Jud. N. 52 (S. 1035 f), daß auch in dem Wissenschaftlichen Vereine zu Görlitz von Hrn. Di׳. Paur ein ״sehr interessanter Vortrag" über Immanuel gehalten worden, und zwar ״über den Von ihm gemachten Versuch einer göttlichen Komödie, unter Be- Nutzung der von Geiger, Grätz und Fürst gemachten Forschungen." ״Er entwirft darin ein Lebensbild des Dichters, verbreitet sich ausführlich über dessen Verhältniß zu seinem Freunde Dante und gelangt schließlich zu dem Resultate, daß die nachdrucksvolle, tief einschneidende Art, wie Immanuel von allen Versündigungen die Heuchelei in den verschiedenen Gewändern, selbst in denen des Märthrerthums, züchtigt, an der Schärfe der Beurtheilung in der That noch das Sittengericht in der florentinischen Dichtung übertreffe, wie andererseits die freudige Anerkennung der Geweiheten aller andern Völker aller Zeiten, welche selbständigen Geistes aus den verschiedenen Religionen sich eine Lehre gestalteten, im Vergleich zu der strengen Abweisung Andersgläubiger bei Dante einen wohlthuenden Eindruck auf das menschliche Gefühl übe. Dagegen erscheine das gesammte logische Gefüge der hebräischen Dichtung ohne alle Anschaulichkeit des Räumlichen, ohne ein entschiedenes Princip der Sonderung zwischen Hölle und Himmel sowie innerhalb beider zwischen den einzelnen verschiedenen Gattungen von Sündern und Seligen geradezu schwach gegenüber dem machtvoll zusammengefügten Organismus der Dante'schen Komödie."