Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 299 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Immanuel, Freund Dante's. 299 geneigt, eine solche anzunehmen. In dem Verzeichniß der Dichter bei Allacci p. 53 wird Manoel folgendermaßen angeführt: Manielo Jucleo da Gobbio. Er war also ein unmittelbarer Landsmann Bosone's, und daß Dante in naher Beziehung zu diesem, vielleicht in dessen Hause einige Zeit zu Gobbio gelebt hat, scheint unzweifel- Haft. Ferner finden sich Spuren, daß Dante sich über einzelne hebräische Worte Mittheilungen machen ließ. Der angebliche hebr. Vers (Höll. 7, 1 [Pape, Satan, pape, Satan, alleppe] vgl. auch Höll. 31, 67 [Rafel mal amech izabi almi]) ist bekannt. Wichtiger scheint das Nalaeotb Par. 7 [, 3}, das Wohl richtiger Malcijoth heißen sollte. Auch kommt Par. 26, 134. 136 [El. Eli] in Betracht. Sehr interessant wäre zu wissen, ob Ihr Immanuel ben Salomo wirklich in Rom oder vielleicht im Römischen, d. h. Kirchenstaate, nämlich in Gobbio geboren ist. Wäre Letzteres der Fall, so würde Ihre Vermuthung fast als Gewißheit bezeichnet werden können." Dazu hatte ich bereits in Steinschneiders Bibliographie (Bd. III S. 60) bemerkt, daß die Lesart mia im ersten Gedicht kaum als eine Berichtigung erscheint, sie aber jedenfalls, nach dem ganzen Inhalte des Gedichtes, für die Auffassung des ganzen Verhältnisses zwischen Dante und Manoello von keiner Bedeutung zu sein scheint. Wenn Allacci ferner den ״Maniel" als aus ״Gobbio" bezeichnet, so sei dies offenbar blos errathen wegen seiner nahen Beziehung zu Bosone, der dort gelebt; daß aber Immanuel, wenn auch in Rom geboren, sich doch vielfach anderswo aufgehalten, geht aus seinen Gedichten genugsam hervor. Seit der Zeit ist, wie gesagt, keine selbstständige Forschung über den Gegenstand erschienen; ich füge heute nur noch eine Betrachtung hinzu. Wenn Immanuel in Beziehung auf dichterischen Werth und nachhaltigen bildenden Einfluß nicht im Entferntesten mit Dante zusammengestellt werden kann, so steht er an aufgeklärter Gesinnung nicht allein nicht hinter ihm zurück, sondern er überragt ihn weit darin. Wir haben gehört, wie Immanuel sich über die ״Frommen anderer Religionen" ausspricht, wie er ihnen einen Ehrensitz im Paradiese anweist. Wie steht es mit Dante in diesem Punkte? Er liefert ein betrübendes Zeugniß, wie ein starker und Heller Geist die Nacht des kirchlichen Mittelalters nicht zu durchbrechen vermochte. Seine Gesinnung wird uns alsbald am Anfänge der ״Hölle" offenbart; er betritt (4,?5ff) in ihr den ersten Kreis,