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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 295

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 295 (sequence 55)
Language
German
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IV. Immanuel, Freund Dante's. 295 Und wenn er wäre an jenem treulosen Orte, wohin ihr ihn versetzt, doch den er nicht erwählt, so hat nicht die Wahrheit geschildert euer Pinsel, daß ihn und Dante treffe solche Schmach. Dante und Manoel werden ihren Lauf vollenden wo ihnen Mark und Haut verbrannt wird, bis für sie anlangt die große Hülfe. ״Wir sind hiermit in einen Kreis von Männern eingetrelen, der sich mit Dante's Bestrebungen lebhaft beschäftigte, theils in begeisterter Freundschaft sich ihm anschließend, theils ihn leidenschaftlich bekämpfend; innerhalb dieses Kreises, eng mit Dante verbunden, befindet sich der Jude Manoello. Bosone von Agobbio war - was wir ben Ausführungen Mercuri's entlehnen — Rechtsgelehrter und stand wegen seiner Gelehrsamkeit zu seiner Zeit in großem Ansehn; einige Gedichte und der erste historische Roman haben sein Andenken auch auf die Nachwelt gebracht. Er war vertrauter Freund Dante's, theilte auch seine politischen Meinungen und hatte deßhalb gleich ihm wiederholt Verbannung aus seinem Vaterlande zu erleiden; aber glücklicher als Dante ward ihm die Rückkehr gestattet, und es war ihm vergönnt, sein Alter auf dem väterlichen Boden zu verleben. ״Weit bekannter ist Cino aus Pistoja; er war ein eleganter Schriftsteller in Prosa wie in Versen, wie jedoch aus seinem Sonette hervorgeht, ein entschiedener Gegner Dantes. Wer war aber der Jude Manoello? Er war Freund Dantes und Bosone's, als solcher auch dem Cino bekannt, er war Dichter und genoß daher sicher eines bedeutenden Rufes zu seiner Zeit, und dennoch ist er Hrn. Prof. Mercuri ganz unbekannt. Die einzige Vermuthung, welche er ausspricht, ist unrichtig und widerlegt sich aus seinen eigenen Mittheilungen. Er meint, Manoello sei durch den freundschastlichen Umgang mit Dante und Bosone geneigt gewesen, den Glauben seiner Väter zu verlassen, und findet diese Vermuthung in Manoellos eignen Worten, ״er wolle an einem andern Wege festhalten," begründet. Ja, er geht noch weiter und glaubt, er habe sich wirklich ״bekehrt", da Bosone ״christlich von ihm denke" und ihn in's Fegefeuer, die nur den Gläubigen offene Uebergangsstufe, versetzen wolle. Er vergißt hierbei jedoch die Worte Cino's, der ihn zur Hölle fahren läßt, weil er ״beim Jrrthum seines Glaubens beharrt und sich nicht gebessert" habe.

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