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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 293

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 293 (sequence 53)
Language
German
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IV. Immanuel, Freund Dante's. 293 Sprache und der nationalen Literatur, ihre edelste Lebensaufgabe fanden. Philosophie, Medicin, Mathematik sind Wissenschaften, die sich über Land und Volk zu erheben wissen, die sich blos an die allgemeine menschliche Begabung knüpfen; aber konnte die Dichtung in der Landessprache mit ihren, an das ganze Volksbewußtsein sich anlehnenden Stoffen, wo die eigenthümliche Geschichte des Volkes, seine religiösen und nationalen Anschauungen tief empfunden werden müssen, konnte auch sie den lebendigen Anklang im Herzen eines mittelalterlichen Juden finden, so daß seine dichterischen Anlagen ihn mit in den Kreis dieser Bestrebungen hineinzogen? Bei allem Aufschwünge, den die Geister in Italien am Ende des 13. und am Anfänge des 14. Jahrhunderts nahmen, bei aller Freisinnigkeit, die uns Bocaz' Novellen enthüllen. . ., möchte man doch Dante und fernen Kreis viel zu sehr in specifisch nationale und christliche Interessen versenkt glauben, als daß er sich einem Juden und dieser wiederum ihm in engerer Freundschaft hätte anschließen können. Und dennoch ist dem so! Alle vorgefaßten Bedenken schlägt die bezeugte geschichtliche Thatsache nieder. ״Im Jahre 1853 erschien zu Neapel eine kleine Schriftx) des römischen Professor Mercuri, in welcher dieser die Ansicht zu begründen suchte, Dante sei nicht, wie allgemein angenommen wird, 1321 gestorben, sondern müsse mindestens bis 1328 gelebt haben. Zur weiteren Begründung theilt er auch vier Sonette mit, von denen das erstere bereits gedruckt war, die anderen drei aber erst durch ihn aus einer Handschrift zur Veröffentlichung kommen. Ich theile hier diese Sonette in wörtlicher Uebersetzung mit, soweit dieselben verständlich sind und unsere Frage näher berühren: I. Bosoue an den Juden Manoello nach dem Tode Dante's. Zwei Lichter sind jetzt in der Welt erloschen, an denen man Tugend und Schönheit sah; und deine Seele, die früher lächelte, beweine jetzt den Tod dessen, der des Wissens Grund erforschte. Es beweine deine Seele das schöne Antlitz, wovon deine Zunge so viel Gutes sprach; o ich Unseliger, der ich beweinen muß einen Jeden, der in diesem traurigen Kreise steht. 1) Lezione XI in forma di lettera diretta al Chmo Cav. Filippo Scolari a Venezia, nella quäle 6 trattato 86 Dante veramente fosse movte nel 1321, del prof. Filippo Mercuri. . . Napoli 1853. 8. 55 S.

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