Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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über Judenthum und Christenthum. 281 ist, wie schon früher a. a. O. bemerkt, die Rede von Nebusar-Addan, der, um das Blut des getödteten Propheten Zacharias, welches in steter Bewegung gewesen, zu stillen, 80,000 Priesterjünglinge daraus getödtet, und als das Blut noch immer in lebendigem Flusse geblieben, es angeschrieen habe: soll ich dein ganzes Volk vertilgen? Da hatte sich Gott erbarmt und gesprochen: ״Wie? wenn (ונלד! אם) der, der Fleisch und Blut und grausam ist, von Mitleid erfüllt worden über meine Kinder: ich, von dem es heißt: denn ein barmherziger Gott ist dein Gott re., um wie viel mehr (עאכו). Kidduschin Bla heißt es: Wenn nun der, welcher, ohne daß es ihm befohlen, es vollzieht, so belohnt wird, um wie vielmehr der, welcher es thut, weil es ihm befohlen, und Gittin 35 a: Wenn Jemand, der wahr schwört, so bestraft wird, um wieviel mehr wer lügenhaft schwört. Die Citatengelehrsamkeit beweist demnach blos, daß Hr. E. sämmtliche Stellen mißversteht. — Dies und Aehnliches mag nur zeigen, daß Hr. E. in diesen Dingen durchaus nicht stimmfähig ist und läßt erkennen, wie wenig alle seine mit solchem Quellenstudium aufgestellten Behauptungen eines ernsten Eingehens Werth sind. — Es kann uns daher gewiß nicht Wundern, wenn er stillschweigend fremde Jrrthümer aufnimmt. So begegnen wir auch hier dem in Anm. 3 . abgewiesenen ״Zadok, Schüler Schammai's (S. 65 Anm. 4). Er entlehnt frischweg, freilich ohne Nennung seines Führers, Hrn. Gr. die Combination der זקכי םתירדו mit dem von Herodes gegründeten Orte Bethhra (S. 27 Anm. 2), eine Combination, deren Ungrund Derenburg (S. 179 Anm. 1) nachweist. Was demnach von der ganzen Charakteristik des inneren jüdischen Lebens zur damaligen Zeit zu halten ist, einer Charakteristik, die E. theils aus seiner Phantasie, lheils aus den Angaben der urchristlichen Schriften herausspinnt, zu halten sei, läßt sich leicht denken. Seine Darstellung der damals herrschenden Messiaserwartungen als eines ״verhimmelten Gottessohnes" ist ohne andere Grundlage, als daß sie ihm zu seiner Geschichtsconstruction dient. Das Gerede von der ״Dämonensucht" (S. 115 ff) mag Wohl auf die Kreise passen, in welchen das entstehende Christenthum Anklang und Anhänger fand, in den besseren Schichten der Gesellschaft übte der Volksglaube an Dämonen gar keinen merklichen Einfluß, wovon das sicherste Zeugniß ist, daß die alle Fälle so peinlich erwägende Gesetzesdiseussion von ihm kaum Notiz nimmt. Jedoch es genüge an diesen gelegentlich aufgelesenen Bemerkungen!