Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 277 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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über Judertthnm und Christenthum. 277 Dasselbe lesen wir nun in dem Texte des Originals: ״Ein furchtbares Erdbeben, das besonders die Saronaebene hart traf . . . Seit diesem Erdbeben pflegten die Hohenpriester am Versöhnungstage... für die Einwohner der Sarona besonders zu beten, daß ihre Häuser nicht ihre Gräber werden sollten?' Zu diesem zuversichtlichen Berichte lesen wir eine Note S. 541: ״Josephus' Bericht über dieses Erdbeben . . . (Alterth. XV, 5, 2) ist sehr kurz gehalten und giebt die Localität des Unglücks nicht an. Diese läßt sich vielleicht aus dem Thalmud ergänzen. Jeruschalmi berichtet, der Hohepriester habe beim Darbringen des Räucherwerkes im Allerheiligsten ganz besonders für die Einwohner der Sarona gebetet, daß ihre Häuser nicht ihre Gräber werden sollen רעל אנשי השרון היה אובלד שלא יעשו בתיהם קבריהם (Joma 5, 3). Dieses Gebet setzt eine Calamität durch Erdbeben voraus und könnte sich auf dieses Factum unter Herodes beziehen." Wir würden diesen vorsichtigen Ton sehr billigen und nur wünschen, daß er überall hervortrete. Allein die ganze Combination ist vollständig falsch. Das priesterliche Gebet für die Häuser in Saron ist nämlich nicht durch ein einmaliges historisches Ereigniß veranlaßt, es beruht vielmehr auf der Beschaffenheit des dortigen Bodens, auf welchem die Häuser nach kurzer Frist erneuert werden müssen, wenn man sich nicht der drohenden Gefahr des Einsturzes aussetzen will. So wird Mischnah Sotah 8, 3 von den Neubauten gesprochen, welche, gemäß der Vorschrift 5 Mos. 20, 5 vom Kriegsdienste befreien; es werden dann solche Neubauten angegeben, welche nicht befreien, weil sie keine dauernden Wohnhäuser, blos zeitweilige Hütten sind, zu ihnen rechnet Elieser auch die (selbst) aus Ziegeln gebaulen Häuser!in Saron, die anderswo als fest zu betrachten sind, weil sie dort nämlich nicht dauerhaft sind, sie dispensiren daher nicht vom Kriegsdienste אף הבוהה בית לבינים בשרון לא היה חוזר. Dazu bemerkt die Thoßeftha (e. 7):אנשי שרון לא היו חוזרין ״ לבתיהן בלפני שנלחדשין אותן פעם אחת בשבועdie Bewohner Saron's haben deßhalb nicht das Recht, ihrer neuerbauten Häuser wegen vom Kriegsdienste zurückzubleiben, weil sie sie alle sieben Jahre neu bauen müssen." Diebeiden Gemaren z. St., welche die Worte der Thoßeftha anführen, sagen gar פעבלים ״ בשבועzwei Mal irrt Laufe von sieben Jahren." Also es war dies etwas ganz Regelmäßiges, was die Beschaffenheit des Bodens mit sich brachte, nicht die Erinnerung an ein außerordentliches