Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 274 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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274 II. Die neuesten Forschungen Josua. Aus der Hillel'schen Familie wird keiner genannt, kein Gamaliel und kein Simon ben Gamaliel. Man erkennt daraus, welche Lehrer sich einer ungeschmälerten Autorität erfreuten, wenn auch spätere Zeiten das Urtheil modisicirten. — Am Schlüsse der Geschichte Alexander Jannai's berichtet Hr. D. (S. 101 f), man erzähle, in einem ihm angehörigen Pentateuche seien die Gottesnamen in Goldbuchstaben geschrieben gewesen, und er bezieht sich für diesen Bericht auf Soserim 1, 9, wo dies von תודתו של אלכסכדרוס erzählt wird. Man wird gegen die Angabe dieser späten Quelle schon mißtrauisch, wenn man hier Alexander Jannai statt wie gewöhnlich mit seinem letzteren, aramaisirten hebräischen Namen plötzlich mit seinem griechischen Namen Alexander bezeichnet finden soll. Nun aber wird in dem (von Kirchheim herausgegebenen) Tractate Sefer Thorah 1, 10, der offenbar unserm Soserim hier wie für einen großen Theil seiner Compilation zur nächsten Quelle gedient hat, der Fall von תורתן של אלכהכדרים einem Pentateuche der (reichen) Alexandriner berichtet, und so fällt das Ganze, was auch in Soserim blos Schreibfehler sein mag, in Beziehung auf Alexander Jannai vollständig weg. S. 334 ff spricht Hr. D. von dem einstmaligen Aufenthalte Gamaliels II und seiner Genossen in Rom, nach den rabbinischen Quellen, wobei er allerdings die Unzuverlässigkeit dieser Berichte, jedenfalls soweit es Nebenumstände betrifft, nicht verkennt. ״Uebrigens, sagt er S. 340, bieten uns unsere Quellen das Bruchstück einer Predigt, welche von einem dieser vier ״Alten" während ihres Aufenthaltes in Rom gehalten worden." Die Quelle nun ist der späte Schemoth rabba 6. 30. Hr. D. beschließt die Mittheilung mit den Worten: ״Wenn dieses Gespräch wirklich gehalten worden, das Wort ״Min" in seinem eigenthümlichen Sinne genommen ist, würden wir hier den Angriff eines Juden-Christen gegen die Feier des Sabbath habend Hr. D. erweckt hiermit selbst ein ernstes Bedenken gegen den ganzen Bericht, da die Judenchristen gleichfalls die strenge Sabbathfeier beobachteten. Allein weit schlimmer steht es noch mit der Richtigkeit dieser Angabe, da in dem älteren und weit zuverlässigeren Bereschith rabba 6. 11 derselbe Dialog als zwischen Akiba und ״Tyrannus" Rufus (vgl. S. 419) gehalten mitgetheilt wird, die Erzählung demnach in Schemoth r. blos ungeschichtlich ausgeschmückt ist. Was nun den Ausdruck נ7ין betrifft, so will ich nicht bestrei-