Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 273 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2421000--1562-2422812- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
über Judenthum und Christenthum. .273 welcher Jochanan und Elieser gedrängt worden, und an die Parteinähme für sie wider ihre Gegner gänzlich verwischt. Das Maß der Verwirrung wäre gar voll gewesen, wenn uns blos Jalkut geblieben wäre, der I § 611 die Thalmudstelle anführend, beide Baraitha's zusammenzieht und mit dem Anfänge der ersten -sdn אחד פד יפח die Aufzählung sämmtlicher Lehrer aus der zweiten verbindet, so daß sie nun alle zu einem unangefochtenen Gerichtshöfe werden! Bezeichnend ist auch ein Bericht, den wir bei Hieronymus zu Jes. 8, 14 lesen und der ursprünglich Wohl den Juden-Christen aus ' dem Ende des zweiten Jahrhunderts angehörte. In deren Namen (Nazaraei qui ita Christum recipiunt, ut observationes legis veteris non amittant) wird nämlich eine Beziehung der ״zwei Häuser Israels," denen, wie sie erklären, Gott (der Heiland) zum Sturze und zum Straucheln sei, auf die Häuser Schammai und Hillel mitgetheilt, und Hieronymus fügt hinzu, Wohl nach derselben Quelle: ex quibus orti sunt scribae et pbarisaei: quorum suseepit sebolam Akibas, quem magistrum Aquilae proselyti autumant: et post eum Meir; cui successit Jobannan filius Zachai: et post eum Elieser, et per ordinem Delpbon: et rursum Joseph Galilaeus: et usque ad captrvitatem Hierusalem Josue. Die hier aufbewahrten Erinnerungen sind in ihrer Verwirrung der Zeitfolge entweder getrübt oder durch Mißverständnisse entstellt. Doch geht daraus hervor, daß sie der Zeit kurz nach dem hadrianischen Kriege angehören, mit dem auch der Einfluß des Judenchristenthums gebrochen wurde; deßhalb erwähnen sie keinen Späteren als Meir. Es ist nun ganz natürlich, daß sie diesen als berühmtesten Lehrer unter den Zeitgenossen, und Akiba, als dessen und Aquila's Lehrer und zugleich als den Mann von dem weitragendsten Einflüsse nennen; die Auswahl, die sie aber dann unter den früheren Lehrern treffen oder vielmehr die Bedeutung, welche gewisse Lehrer im Andenken der darauf folgenden Geschlechter errungen, ist beachtenswerth. Nach Schammai und Hillel — denn, wie es scheint, beginnt, nachdem die Häupter der Gegenwart, Meir und sein Vorgänger Akiba, genannt worden, die Reihenfolge von vorn — folgte Jochanan und Elieser, also die zwei Männer, welche auch die älteste Baraitha hervorhebt, ihnen blos angeschlossen werden Tarfon — wie gewiß Delfon zu berichtigen ist —, wieder Jose der Galiläer, nicht minder ein Anhänger der älteren Richtung, und nun erst Viertellahresschrifl V. 4. 18