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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 272

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 272 (sequence 32)
Language
German
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272 H- Die neuesten Forschungen folger in der Würde, Gamaliel II, in der Richtung besonders von ihm abgewichen sei; aber verdrängt muß auch er worden sein, und auch seine Berechtigung soll hier gegenüber den ihn Verdrängenden aufrecht erhalten werden. Diese Stelle wird nun in einer ersten Baraitha am angeführten Orte in Gemara Sanhedrin vollständig reproducirt, nur wird, schon unhistorisch, Elieser vor Jochanan genannt, und die Orte beider werden hinzugefügt, für Elieser nämlich Lhdda, für Jochanan Berur-Chail, eine Hinzufügung, die demonstrativ genug ist; gerade die Orte, wohin die Lehrer sich später, getrennt von ihren früheren Genossen, zurückgezogen haben, werden genannt, nicht etwa Jamnia, wo sie im Vereine mit Allen gewirkt. Eine Baraitha, die sich gelegentlich der Erwähnung von Berur- Chail anschließt und die ihr rechtes Licht wieder durch jerusalemisch Kethuboth 1, 5 erhält, sagt, daß man die religiösen Familienfeierlichkeiten, wie Beschneidung und Hochzeiten, die an dem genannten Orte abgehalten wurden, durch die Vorbereitungen in der Mühle wie durch hellere Beleuchtung erkannt habe. Es geht daraus wie namentlich aus dem in Jerusch, sich Anschließenden hervor, daß damals schon die Zeit der Verfolgung war und man die religiösen Acte verheimlichte, man sie deßhalb an einem abgelegenen Orte vollzog, aber doch durch die weithin hörbaren oder sichtbaren sie begleitenden Umstände die Aufmerksamkeit auf sie gelenkt wurde. Jochanan scheint demnach den drohenden Gefahren durch die Zurückziehung nach diesem kleinen versteckten Orte haben entgehen wollen, Gamaliel II aber, dessen Abwesenheit benützend, auch Wohl die Gunst der Römer sich erwerbend, scheint nun, gestützt auf die in seiner Familie seit Hillel erbliche Autorität, in Jamnia das Patriarchat sich angeeignet zu haben. — Nun folgt in Sanh. eine zweite Baraitha, welche die ganze geschichtliche Erinnerung verwischt. Sie giebt die Anwendung des Verses mit den Worten: Gehe den Gelehrten nach in ihre Schule, דלך אחר חכבלים לימגיבח das בד יפדל, der entscheidende, allein autorisirte Gerichtshof ist geschwunden. Bei der Aufzählung der Autoritäten werden nun zwar zuerst auch Elieser und Jochanan mit ihren Orten genannt, aber nun folgen noch eine Masse Anderer, darunter auch Gamaliel in Jamnia und zum Schluffe gar wird auch noch die Zelle mit den behauenen Steinen, der Sitz des großen Sanhedrin in Jerusalem angefügt! Wäre uns nichts als diese spätere Baraitha geblieben, so wäre jede geschichtliche Erinnerung an die Sonderstellung, zu

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