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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 270

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 270 (sequence 30)
Language
German
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270 II. Die neuesten Forschungen babli 140 b — was der Gernara unklar zu sein scheint). Die N2NN נקיי in Jerusalem waren also wählerische und peinliche Leute, von denen M. Gittin 9, 8 berichtet wird, daß sie die ihnen eignenden Familiennamen in Scheidebriefen oder als Zeugen unterzeichneten (der Satz bezieht sich, wie aus der Mischnah in Jeruschalmi, aus Maimonides und Ascher hervorgeht, auf die Sitte, die לני72ל zu schreiben; diese ist aber die dem Menschen eigenthümlich angehörende Bezeichnung — nicht ein Personenname, den ein Jeder tragen kann —, ein Familienname, wie auch das Verbum חכך bedeutet: eine Handlung verrichten, die ausschließlich einem Gegenstände angehört, M. Menachoth 4, 4). Einen solchen ausschließlichen Namen zu tragen, war aber blos Sache vornehmer Familien. Ebenso verfuhren sie nach Baraitha Sanhedrin 30 a, als Richter, indem sie während ihrer Verhandlung die Parteien abtreten ließen, um nicht durch ihre Einreden gestört zu werden. Ganz besonders ist ihr Charakter aber ausgedrückt in Mechiltha zu 2 Mos. 23, 1 (Nesikin 6. 20 — eigentlich כספא c. 2 — ed. Wien S. קל, daraus bei Jalkut § 352): So machten es die feinen Leute in Jerusalem: es ging Keiner von ihnen zu einem Hochzeitsmahle bis er wußte, wer noch zugegen sei, und unterzeichnete keinen Vertrag bis er den Mitunterzeichner kannte. Der Zusatz babli Sanhedrin 23 a: sie setzten sich nicht zu Gericht, bis sie wußten, wer mit sitze, ist wieder ohne Kenntniß des Sinnes und der Verhältnisse. Diese Jerusalemer mit den aristokratischen Manieren haben gewiß Nichts mit den Essäern zu thun. Ebensowenig hat ״die Zelle der Heimlichen" im Tempel לעגכת חעואים (M. Schekalim 5, 6) eine Beziehung auf Essäer. Die Mischnah erklärt den Sinn unmittelbar darauf. ״Gewissenhafte (ילא חטא) legten dorthin Gaben insgeheim, davon wurden Arme aus guter Familie insgeheim unterhalten." — Wir haben hier schon einige Male Gelegenheit gehabt nachzuweisen, wie wenig zuverlässig die Relationen der babylonischen Gemara sind, während die älteren Quellen, namentlich Mechiltha und Sifre und die jerusalemische Gemara uns ziemlich treu Ereignisse und Anschauungen der alten Zeit wiedergeben. Natürlich verlieren die Quellen noch mehr an Zuverlässigkeit, aus je späterer Zeit sie datiren, wenn sie uns auch manchmal Ueberlieferungen gerettet haben, die in früheren Schriften unerwähnt geblieben. Hr. D. selbst macht gelegentlich auf diesen verschiedenen Grad des Ver-

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