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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 268

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 268 (sequence 28)
Language
German
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268 II. Die neuesten Forschungen der Vers Koheleth 7, 15: Mancher ״Zaddik" geht zu Grunde durch sein ״Zedek", auf den Priester Joseph ben פכסס angewendet, der darauf hielt, daß sich sein Sohn bei einer mit ihm Vorgenommenen Operation entferne, damit jener nicht von dem von ihm abgeschnittenen Gliede verunreinigt werde. Auch hier scheint der Zaddik zunächst an den Priester zu erinnern und ihre peinliche Sorgfalt um die Bewahrung ihrer Reinheit selbst der Pietät gegenüber mehr getadelt als anerkannt zu werden. 3) Auch die Scheidung, welche Hr. D. (S. 238 und Anm. 3) macht zwischen den ächten Kannaim, welche keine politischen Eiferer gewesen, sondern lediglich durch ihre religiöse Wärme die Uebertretung des göttlichen Gesetzes zu rächen sich gedrungen fühlten, und den Männern der Revolution, welche sich diesen Namen unrechtmäßiger Weise beilegten, ist durchaus unbegründet. Der Eifer fließt in jener Zeit zusammen, und bei den Parteien durchdringt sich aufs Unlöslichste das religiöse mit dem politischen Elemente. Ueber die Mischnahstelle, welche von den Kannaim handelt, vgl. oben S. 106 ff. — Auch den Nechunja, Sohn des ״Kanna" charakterisirt Hr. D., meiner Ueberzeugung nach, mit Verkennung des wahren Sinnes der von ihm überlieferten Sprüche und Versdeutungen entschieden falsch (S. 313 f), vgl. diese Zeitschrift Bd. II S. 38 Anm. 13. Ob die Kannaim mehr der schammaitischen Schule als der chillelitischen angehörten, läßt sich bei der Dürftigkeit der Quellen schwer entscheiden. Jedenfalls beruht die Jdentificirung des ״Pharisäers Zadok," welcher bei Josephus als der erste Schürer der Empörung auftritt, mit Zadok, einem angeblichen ״Schüler Schammai's^ in Jebamoth 15 b, welche von Hrn. Dr. Grätz, nach seiner Weise, aufs Positivste aufgestellt, von Hrn. D. in dessen Namen ohne weitere Bemerkung mitgetheilt wird (S. 195 Anm. 2), auf einem gar argen Mißverständnisse; denn der Satz: ואף על פי שתלבליד שכלאי היה כל נלעשיו לא עשה אלא כדברי בית הלל bezieht sich dort keineswegs auf Zadok, sondern auf Jochanan ha- Chorani. Bei einem Besuche, welchen diesem die Aeltesten der Schammai- und der Hillel-Schule am Hüttenfeste machen, wird ebenso Mischnah Sukkah 2, 7 gesagt, daß derselbe einer Entscheidung der letzteren gefolgt und daher von ersteren mit Vorwürfen belegt worden sei. Dort eben fügt die Thoßeftha die Geschichte, als ähnlicher Art, hinzu, die wir in Jebamoth ä. a. O.

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