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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 263

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 263 (sequence 23)
Language
German
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über Iudenthum und Christenthum. 263 in Widerspruch tritt. Die herrschenden Priester sowohl aus dem alten zadokitischen Geschlechte als aus der hasmonäischen Familie scheinen allerdings den an ״Zeduki" anklingenden Namen ״Zaddik" gern auf sich angewandt zu haben, was aus Reden in deren Munde und aus Urtheilen über sie bei Josephus und aus manchen übersehenen Stellen in den Baraitha's erschlossen werden kann 2), allein diese verherrlichende Anspielung hat Nichts mit der Entstehung des Namens zu thun. Dieser, צדוקי:, kann gerade wie ביתוםי der Botzthuse, nichts Anderes als ein Gentilitium sein: ein Zadokite. Die Stellung des Hauses Zadok in den spätern biblischen Büchern, des ganzen Priesterthums in der Zeit des zweiten Tempels einerseits wie der Zusammenhang der ״Peruschim" mit den ״Nibdalim" in Esra-Nehemia in ihren Tendenzen andererseits braucht blos nachgewiesen zu werden, um Namen und Richtung in das hellste Licht zu setzen. Ist einmal dieser früher übersehene Nachweis geliefert, dann können noch unterstützende Momente gesucht und aufgefunden werden, allein ein weiteres Verlangen nach Beweisen ist ungerechtfertigt. Mit der, bei aller inneren und durch die Zeitverhältnisse bedingten Umbildung, dennoch unverwischbaren Priesterlichkeit der Saddueäer schwächt sich Hr. D. auch den energischen Kampf des Pharisäismus gegen die Bevorzugung des Priesterthums ab; dieser Kampf beruhte eben nicht blos und nicht zunächst in religiösen Streitfragen, er hatte seine breite Grundlage im bürgerlichen Leben, im Ansprüche auf die Verwaltungsbefugnisse. Die Pharisäer sind keine so zahmen, blos dem Studium und der praktischen frommen Uebung lebenden Schulgelehrten, die den politischen Bewegungen, solange dieselben nicht die Befolgung der Religionsvorschriften zu zerstören drohen, fern bleiben, wie sie bei Hrn. D. erscheinen; sie sind vielmehr sehr ernst dabei betheiligt, nur ist ihr Anliegen mehr die innere Freiheit als die Unabhängigkeit von der Oberherrlichkeit einer ausländischen Uebergewalt. Sie buhlen weder mit der Macht des Auslandes noch intriguiren sie gegen dieselbe, wie Beides die Saddueäer thun; ebensowenig stürmen sie gegen dieselbe an, in ihr die Erschütterung des demokratischen Princips erblickend, wie die heftigere und consequentere äußerste Linke, die sich von ihnen ablöst, die Kannaim, die Eiferer, Zeloten thun. 3) Sie sind besonnen, wollen nicht einen doppelten Kampf nach Innen und nach Außen übernehmen, tragen die, nach menschlicher Berechnung vor-

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