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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 255

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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über Judenthum und Christenthum. 255 läßt er nun eine solche ״über den Stamm Levi" folgen, deren Veröffentlichung in Merx' Archiv begonnen hat. Das zeugt von dem richtigen Blicke, worauf es eigentlich ankommt; seine Behändlungsweise zeichnet sich durch Nüchternheit der Auffassung, durch Anerkennung und Hervorhebung der in den Quellen hervortretenden Widersprüche aus. Als von noch entschiedenerem Bewußtsein getragen über die zu ergreifende Aufgabe und die Art ihrer Lösung, erscheint mir das kleine Buch des Hrn. K. Köhler über den Segen Jacobs. ג) Nicht blos die Wahl des Gegenstandes zu dieser seiner Erstlingsschrift läßt die Auffassungsweise des Verfassers erkennen, sondern die Behandlung legt sie offen dar. In diesem mit kühnem Freimuth auftretenden jungen jüdischen Theologen mag es allerdings noch mannichfach trübe gähren. Die alten Gottheiten, die er mit mythischer Lust in großer Zahl auffindet, schauen ernst und spukhaft in die traulich anmuthige biblische Geschichte hinein; es werden zuweilen kühne Conjecturen gegeben mit mehr Zuversicht als Begründung. Doch wird diese Tüchtiges verheißende Kraft sich mäßigen, es wird Abklärung und besonnenere Maß- Haltung eintreten. Ein tiefer Blick in das Gewirre und den Kampf der Stämme bekundet sich in der Arbeit; in den drei Liedern: Jakob's, Moses', der Deborah ist eine Offenbarung enthalten, eine Geschichtsquelle, die reiner fließt als manche, die den Schlamm späterer Prätentionen ausgenommen hat, als die Berichte, welche von Anschauungen und Anforderungen ihrer Zeit aus die Begebenheiten der vorangegangenen darstellen. Wir stehn bei diesen Urgeschichten — und fast die ganze biblische Zeit gehört dazu — noch bei den Anfängen der richtigen Behandlung und Erkenntniß; die Hoffnung, daß sie erfaßt werde, ist angeregt, aber noch nicht erfüllt. Sicherer schreitet die Methode vor und werden demgemäß gesicherte Ergebnisse erzielt, wenn es gilt, den Abschluß unserer biblischen Texte zu controliren, die Lesarten abzuwägen, die wir als ursprünglich in ihnen feststellen dürfen, die Richtigkeit des uns überlieferten Textes zu prüfen. Das willkürliche Verfahren, irgend einen der überkommenen Texte, sei es der maßoretische oder samaritanische oder der irgend einer 1) Der Segen Jakobi, mit besonderer Berücksichtigung der alten Bersionen und des Midrasch untersucht und erklärt. Ein Beitrag zur Geschichte des hebräischen Alterthums wie znr Geschichte der Exegese von K. Köhler. Berlin 1867. VII u. 89 S.

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