Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 4 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2420973-2420997-2421000--1541-2422791- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II. Die neuesten Forschungen II. Die neuesten Fortschritte in -er Erkenntniß -er Ent- Wickelungsgeschichte -es Lu-enthums «n- -er Entstehung des Christenthums. Seit einem Jahrzehnt treten die ernstesten wissenschaftlichen Fragen auf dem Gebiete des Judenthums in den Vordergrund; Fragen, die mit solcher Entschiedenheit auftreten, mit solcher Kraft das Bewußtsein der Zeit erfüllen, treiben zu ihrer rechten Lösung hin, sie tragen die Antworten in sich, so daß diese allmälig sich zu ihrer Klarheit entwickeln. In der That bahnen sich auch neue Wege an, auf welchen die Forschung in die innere schöpferische Bewegung eindringt, neue Erkenntnisse lichten die verschlungenen Pfade, welche bis jetzt fast undurchdringlich waren. Die Untersuchung ist nämlich bis zu den tiefsten Punkten vorgedrungen, sie will unter der gangbaren Oberfläche die sich verbergenden Unterlagen prüfen, die bewegenden Kräfte kennen lernen, welche gestaltend gewirkt haben. Wie ist das biblische Judenthum allmälig geworden und zu seiner vorliegenden abschließenden Gestalt gelangt? Wie hat sich aus ihm das pharisäische Judenthum entwickelt, und welche wesentliche Triebfedern haben dabei mitgewirkt? Wie war demnach der Boden gestaltet, auf welchem das Christenthum entstanden ist? Das sind Fragen von entscheidender Wichtigkeit, man ist damit zu den Grundlagen unsers religiösen Gesammtlebens vorgedrungen. Daß man sie von den verschiedensten Seiten so ernst stellt, wiederholentlich sich an ihrer Beantwortung versucht, beweist nicht nur, daß man ihre Bedeutung zu würdigen versteht, sondern auch daß man mit deren bisheriger gelegentlicher Lösung nicht zufrieden ist, die Notwendigkeit erkennt, andere Wege aufzusuchen, als auf denen man bis jetzt zu ihnen herangetreten. Es wird förderlich sein, sich über die im Entstehen begriffene neue Methode der Untersuchung, über die mehr oder weniger gesicherten Ergebnisse, welche man durch das neue Verfahren errungen, Rechenschaft zu geben, um dann zuversichtlicher vorzuschreiten, mit klarerem Bewußtsein sich vor dem Rückfalle in überwundene Fehler und zugleich vor dem Ausschreiten in neue Jrrthümer zu hüten. Die geschichtliche Untersuchung geht naturgemäß in geistig