Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 4 (1867) · p. Seite 247

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
4 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 247 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2420973-2420997-2421000--1536-2422786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I. Kley und Rapoport. 247 mit unserm Thargum ist — eine Untersuchung, die dann bedeutend erweitert wurde und sich als sehr folgenreicherwiesen —,unbekannte alte Werke traten aus ihrem Dunkel hervor, wie z. B. die Peßiktha, die zahlreichen alten Lehrer, deren Worte Nathan ausgenommen, finden ihre charakterisirende Behandlung, eine reiche Welt von Geistesbestrebungen, beleuchtet, zieht vor unfern Blicken einher. — In Chananel ben Chuschiel und Nissim ben Jakob werden wir Zu einer in Nordafrika aufbrechenden literarischen Bewegung hingeführt, die dann verschüttet worden, nachdem sie jedoch zuvor ihre Fruchtkeime in Spanien eingesenkt, und in deren Repräsentanten, die hier behandelt werden, uns ein Bild geistesklaren Strebens geblieben ist. Am Ungenügendsten ist die am frühesten erschienene Biographie, die des Sa adias. Sie erschöpft, durchdringt nicht nur nicht den reichen Stoff, sie berührt ihn nicht einmal vollständig. Der Bibelübersetzer, der Gaon, der Vermittler zwischen der erwachenden Philosophie nnd dem Herkommen, der Bekämpfer des Karäismus, der vielseitige und scharf ausgeprägte rüstige Arbeiter auf allen diesen Gebieten gelangt bei Weitem nicht zu seinem vollen Ausdrucke, seine Richtung, Tendenzen, Hülfsmittel werden nicht genügend erkannt, noch weniger die mächtige Strömung, innerhalb deren er erstand, wie er an der Grenzscheide zweier Zeiten, in der Geburtsstunde neuer Schöpfungen mit einem Fuße in einer sich auslebenden Zeit stand, mit dem andern einer neuen entgegenschritt, zu ihr Hingetrieben wurde. Allein wenn auch das Wesen dieser Persönlichkeit in Rap.'s Arbeit nicht genügend zur Darstellung kam, so war er, abgesehen noch von zahlreichen Einzelbelehrungen, doch der erste, der das Augenmerk auf den Bibelübersetzer lenkte, seine Uebersetzung des Jesaias besprach, in ihm auch den Erklärer neben der Uebersetzung und den Uebersetzer noch mehrerer biblischen Bücher nachwies. Wiederum war Rap.'s Arbeit für die reiferen und eingehenderen Untersuchungen, welche später über Saadias geführt wurden, der erste fruchtbare Antrieb. Wie gesagt, an diese dem Umfange nach ziemlich knappen, aber inhaltreichen Arbeiten Rapoport's schloß sich eine ganz neue umfassende und die Erkenntniß fördernde Literatur an. Neben dem Meister Zunz, der zum Theil der Vorgänger Rapoport's war, zum Theil sein Nachfolger, neben Luzzatto, Munk und Andern, die, ohne ihrer eigenthümlichen Begabung zu entsagen, sich zugleich an Rapoport auch zu Meistern in Literaturgeschichte erhoben, erwuchs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.