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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 2 (1868) · p. Seite 113

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
2 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 113 (sequence 33)
Language
German
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IV. Das^׳ Salböl bei den Pharisäern und bei den Evangelisten. 113 Israeliten seien Königskinder. x) Steigert sich nun so im Allgemeinen der demokratische Trotz dahin, nicht die aristokratischen Sitten zu verschmähen, sondern im Gegentheile sich den fremden Herrschern gleichzustellen und sich für Alles, auch in äußeren Lebensbequemlichkeiten, gleichberechtigt zu erachten: so drang gerade mit Gamaliel ein aristokratisches Element in die Hilleliten ein. Gamaliel war von den Römern mit der Patriarchenwürde bekleidet worden, er war nun Staatsbeamter, stand zu dem kaiserlichen Hofe und zu den Procuratoren in Beziehung, er war ein vornehmer, stolzer Herr geworden, der im vollen Gegensätze zu seinem Ahnherrn Hillel, im Umgänge mit den Gelehrten, seinen Genossen, wie in seinem Hause sehr stark den Aristokraten darstellte, und der auch in der Gesetzübung, ein achter Hochkirchlicher, (konservativ und streng war. Auch der Werth des Räucherwerkes und des Salbens mit wohlriechenden Oelen mußte in seinen Augen eine andere Geltung erlangen. Wir haben schon gehört, wie er die Zubereitung des Räucherwerkes am Festtage verlangte im Gegensätze zu den andern Gelehrten; wir hören aber auch ferner von ihm, daß er das Salböl noch höher als die Spezereien stellt, im Gegensätze zu der Hillel'schen und in Uebereinstimmung mit der Schammai'schen Schule. Während jene, wie oben erwähnt, den Lobspruch über Mhrthe dem über Salböl vorangehn läßt, entscheidet sich Gamaliel, gemäß der letzteren, für das Gegentheil, indem er ausdrücklich als Grund für seine Entscheidung angiebt: ״bei dem Oele haben wir Genuß vom Gerüche und vom Salben, bei der Myrthe genießen wir nur den Geruch, zum Salben dient es nichts. Daß es einem ״Gelehrtenschüler" nicht wohl anstehe, von Salben zu duften, davon hören wir nun nicht mehr. So war wie in vielen andern Fällen, auch in Werthschätzung von Gewürzen und Salböl ein gewisser Bruch in den nachexilischen Pharisäismus gekommen. Die Anerkennung Hillel's und seiner Schule stand fest, alle Stützen, die die Schammai'sche Schule früher 1) Mischnah Schabbath 14, 4: חחושש בבלתכיו... סך חוא את ד^עזכלל רלא שבלו דרד ,בכי בללבים סכין שבלו ורד על בלכרתיתן ,שכך דלכן* לסוך בחול ,רבי שמעון־ אובלר כל ישראל בכי בללכים תם. Ueber Rosen- oder Nardenöl vgl. weiter unten. 2) Berachoth 43V (unmittelbar nach der oben S. 108 Antn. 1 angef. Stelle): אמר רבן גבלליאל אני אכריע ,שכלן זכינו לריחו רזכיכר להיכתו ,חדה .לריחו זכינו ,לסיכתו לא זכינו Brerteljahresschrift. VI. 2. 8

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