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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 2 (1868) · p. Seite 93

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
2 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 93 (sequence 13)
Language
German
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II. Maleachi und der jüngere Jesaias. 93 2,10 die Priester an, welche ״heuchlerisch*) schönlhun mit der Thorah" und sie dadurch verdrehen, indem sie sagen: ״Ist nicht ein Vater uns Allen? hat nicht ein Gott uns geschaffen?" Auf diese weitherzige Anschauung von der gleichen Abstammung des ganzen Menschengeschlechtes, der Gotteskindschaft aller Menschen gestützt, nahmen die Judäer, nahmen auch die Priester sich Frauen von fremden Völkern. Der Prophet aber erwidert, daß zwar diese ideale Auffassung nicht abzuweisen sei, sie aber doch nicht zum Bruche des engern Bundes führen dürfe: Warum sollten wir treulos sein Einer wider den Bruder, zu entweihen den Bund unserer Väter? Er fährt fort das Verfahren zu tadeln, daß man Götzendienerinnen eheliche und zugleich der Opferdiener des wahren Gottes sein wolle. Dabei noch verstoßen sie um der neuen fremden Frauen willen die Jugendgemahlin aus dem Bundesstamme. Das Volk beruft sich (V. 15) auf ein großes Beispiel: ״Hat's nicht Einer gethan, und ihm ist Rest des Geistes?" Sind wir schon auf's Errathen angewiesen, daß hier wie oben eine gegenredende Person eingeführt wird: so bleibt uns noch räthsel- Hafter, wen der Prophet mit seiner Bezeichnung: Einer, אחד, meint. Ich glaube, daß uns sein Zeitgenosse, der jüngere Jesaias, darüber aufklärende Andeutung giebt. Dieser weist die Seinen im Namen Gottes auf ihren Ahnherren Abraham hin, ״Einen habe Ich ihn gerufen, ihn gesegnet und vermehrt" (51, 2). Darin liegt freilich, daß er ein Einzelner gewesen, der zu Vielen geworden, aber auch daß er einzig in seiner Art, der Hervorragende und Ausgezeichnete gewesen. Und wie den Vorzug dieses Einzighohen, aber doch Vereinzelten durch ihre Menge ausgleichen wollend, sagen die Israeliten bei Ezech. 33, 24.: Einer war Abraham und erbte das Land, und wir sind Viele, uns ist das Land zum Erbe gegeben. Auch hier tritt die dem Worte inwohnende doppelte Bedeutung hervor. Allein wie Abraham aus der Geschichte der Vergangenheit als ״Einer" entgegenstrahlt, so scheint auch in der damaligen Gegenwart,,Einer" schlechtweg so genannt worden zu sein, der als einzig unter dem 1) כפגא פכים in diesem Sinne, ist später aramäischer Sprachgebrauch: «XiCßj und daher auch im Griechischen des N. T.: Tzodomnov )■Muß ave iv.

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