Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 1 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 69 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2420973-2420992-2420993--1681-2422684- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Aus Briefen. 69 Ein Wort über בטיית bei Hai und in Aruch. Dasselbe wird jetzt meist, indem das Beth als Partikel gefaßt wird, erNärt: arabisch mit Bezug auf Uju£, טעייא und v^. Mir scheint es jedoch eine Corruption von כבטיית zu sein, d. h.: nabatäisch, worunter Hai übrigens auch den zu seiner Zeit noch von den dortigen Juden gesprochenen Dialekt verstanden haben mag, vgl. diese Zeitschrift Bd. II S. 302. Aus einem Briefe des Hrn. Dr. Zunz, Berlin 29. Jan. Obgleich Zappert's Schlummerlied schon vor 10 Jahren und Jaffe's Aufsatz über dasselbe (Haupt's Zeitschrift 1867 S. 496— 501) vom 6. Februar 1867 bereits gedruckt ist, dürfte mein beifolgender Brief nicht ohne Interesse sein; vielleicht gönnen Sie demselben ein Plätzchen in dem nächsten Hefte Ihrer Zeitschrift: Aus meinem Briefe an Hrn. Prof. Dr. Jaff6, 4. Februar 1867. . . . Zu der Thesis, daß manchem Akademiker jüdische Geschichte und Literatur, wenn ihre Kenntniß aus Schriften von Juden zu haben ist, fremder als baskisch und gleichgültiger als kalmückisch ist, liefert der Bericht über das angeblich altdeutsche Lied, welchen die Akademie in Wien sich hat erstatten lassen, den neuesten Beleg. Abgethane Sachen, z. B. wie Pfaffen und Pöbel mit hebräischen Büchern umgegangen, bedurften höchstens einer Hinweisung auf meine synagogale Poesie S. 18, 30, 31, 37, 43, 46, 49, 52. Daß SDitbo (bei Wilken) nicht Metz sondern Rameru ist, wie Ephraim aus Bonn, der Zeitgenosse R. Jacob Tam's, ausdrücklich meldet, hat man schon vor zehn Jahren in Emek habacha gelesen. Dafür weiß der Berichterstatter anderes das dem jüdischen Alterthum unbekannt ist, z. B. von dem Unterricht im Hebräischen, den im zehnten oder eilften Jahrhundert deutsche Juden Geistlichen ertheilt haben. Die hebräische Sprache war aber in jenen Zeiten und Ländern der nichtjüdischen Bevölkerung völlig unbekannt; dies beweist vor Allem die rückhaltslose Sprache vieler piutischen Stücke, als: das Rahit von Kalonhmos, welches Wülfer und Eisenmenger erst wieder aus Handschriften entdeckten, das mächtige תיזכם לדזרפה׳ (Ritus S. 10. 98), viele Hoschana's, Lieder und Selicha's. Wie kommt ein Apostat