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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 57

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
1 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 57 (sequence 58)
Language
German
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Umschau. 57 besonders im Stande der Ehe geschildert und dieses der entehrenden Stellung des Weibes im Judenthum unh Heidenthum gegenübergehalten wird". Wer wird dem Referenten die Freiheit seines Urtheils rauben wollen? Nun aber fährt er fort: ״Auch muß zur Ehre und Empfehlung dieser Schrift bemerkt werden, daß deren Vfr., ein hochverdienter und von Sr. k. k. Majestät dekorirter Priester, um ihretwillen von der liederlichen jüdisch-deutsch liberalen Journalistik Wien's mit ihren Bubenwitzen bereits in herkömmlicher Weise mit Koth beworfen wurde. Wer einem Juden oder einer Jüdin ein schiefes Gesicht zeigt und an der Hand der Geschichte diesen jetzigen Beherrschern von Oesterreich beweist, daß das alte und neue Judenthum das Weib nur als Sache betrachtet, der ist der Wiener Journalistenbande verfallen. Diese ist das Schofelste, was Wien noch geboren hat." An dieser Probe gebildeten Styls haben sicherlich die Leser genug. Die ״Allgemeine Literatur-Zeitung" sind wir weit entfernt belehren oder bessern zu wollen. Aber die beschämende Betrachtung tritt uns nahe, daß im Allgemeinen sich unser deutsches Vaterland unter den Culturländern dadurch auszeichnet, daß in den theologischen Kreisen, zum Theile auch im größeren Gelehrtenstande, wenn auch nicht in so roher Weise, der hochfahrende Ton gegen Juden und Judenthum noch immer nicht Weichen will. In England und Frankreich ist Wissenschaft und schriftstellerische Thätigkeit ein nationales Gemeingut, man würde dort den verachten, der einen jüdischen Gelehrten oder Journalisten anders behandeln zu dürfen glaubt als den christlichen Kollegen. In Deutschland glaubt man noch immer eine gegnerische Richtung oder Ansicht damit brandmarken zu können, wenn man sie, wahr oder falsch, mit Juden und Judenthum in Beziehung bringt. Nun aber steht das Volk in seiner Auffassung gar nicht so tief/nur die engherzige Zunft, welche befürchtet ihr Privilegium einzubüßen, das sie nicht durch Wirkliches Verdienst sich zu erhallen weiß, möchte die Ausschließung durch unedle Erweckung niedriger Leidenschaften aufrecht erhalten. Ein trauriger Gradmesser der Bildung! 5. Febr. Eine handschriftliche kleine Maßorah. Bekanntlich ist eine Sammlung der maßorethischen Bemerkungen, für sich bestehend, sehr selten aufzufinden; gewöhnlich ist nämlich

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