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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 51

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
1 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 51 (sequence 52)
Language
German
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Gratz: Frank und die Frankrsten. 51 Mensch — als welcher er uns geschildert wird — im Stande war sich einen so begeisterten Anhang zu erwerben und zu erhalten. Denn nur die reichen Zuflüsse von seinen auswärtigen Anhängern haben ihm sein Auftreten ermöglicht und nicht etwa Subsidien des russischen Hofes, welche seltsamer Weise Hr. Dr. Gr. gleichfalls annehmen zu dürfen glaubt (S. 79), nur daß er in ihnen nicht mit dem Romane die Apanage eines Sprößlings des kaiserlichen Hauses erblickt, sondern den Lohn der Spionage! Man begreift nicht, welche Dienste Frank, der ohne vornehme Connexionen war, nur kurze Zeit während der Periode, daß Polen unter Rußlands Botmäßigkeit kam, im Lande weilte und bald nach Offenbach überfiedelte, ein Mann, der seine ganze Geisteskraft auf seine eigene Erhaltung verwenden mußte, welche Dienste dieser als Spion dem russischen Hofe leisten konnte, daß sie so fürstlich hätten belohnt werden sollen! Nur seine Anhänger ermöglichten ihm, das glänzende Leben des ״heiligen Herrn" mit seinem himmlisch-irdischen Hofstaate, den Palast des souveränen ״Barons" zu unterhalten. Erzählt ja Herr Dr. Gr. selbst (S. 83), nach dem Berichte Calrnanson's, daß nahe seinem Lebensende, also als sein Stern schon dem Erbleichen nahe war, seine polnischen Anhänger auf seine Aufforderung mit ihren ganzen Familien sich anschickten noch einmal persönlich zu ihm zu eilen und so bedeutende Summen vorausschickten und Mitnahmen, daß als die polnische Regierung von dieser massenhaften Wanderung und der Ausfuhr so großer Geldmittel Kunde erhielt, sie einige dieser Wallfahrer und ebenso etwa 40,000 Ducaten zurückhielt. Der größere Theil von Menschen und Geld hatte aber längst heimlich seinen Bestimmungsort erreicht oder war doch über die polnische Gränze gelangt, als diese ihnen versperrt werden sollte. Er hatte demnach, wie auch sonst sattsam bekannt, gerade unter den reichen und etwas gebildeten Familien und zwar nicht blos Polens, sondern auch Böhmens und Mährens einen starken An- Hang, von dem ein Theil zum Katholieismus übergetreten war, wenn er compromittirt war und keinen andern Ausweg fand oder sonst die Lebensstellung es erforderte, ein anderer Theil aber im Judenthume verharrte. Diese heimlichen Anhänger waren darum nicht minder eifrige Schildträger, und sie eben waren die Opferwilligen und -fähigen, die den Glanz ihres Meisters erhielten. Nun aber kehrt die andere bereits aufgeworfene Frage verstärkt zurück: Was befähigte Frank, einen so großen unterwürfigen 4*

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