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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1868-01-01 · 1 (1868) · p. Seite 50

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
6 (1868)
Issue
1 (1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 50 (sequence 51)
Language
German
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Necensionen. 50 Tummelplatz werden für diejenigen, welche es lieben die Geschichte in den Roman aufzulösen. Da sind in neuester Zeit unerwartet authentische Quellen erschlossen worden, welche das Dunkel lichten und uns auf festen geschichtlichen Boden zurückführen. Augustin Theiner hat aus den päpstlichen Archiven in seinen vetera monumenta Poloniae et Lithuaniae (Tom. IV, Pars I. Rom 1864) italienische Actenstücke, Berichte, der Warschauer Nuntiatur nach Rom, französische und lateinische, von den Frankisten an den König von Polen und den Bischof von Lemberg eingereichte Eingaben, mitgetheilt. Diese Actenstücke werden bedeutend bereichert durch ein noch später (Warschau 1866) erschienenes polnisches Werk von F. Hippolyt Skimborowiez, welches über ״Leben, Ende und Lehren des Jakob Joseph Frank, aus zeitgenössischen und älteren (?) Quellen, zugleich mit Auszügen aus zwei Handschriften" berichtet. Es gereicht Herrn Dr. Grätz zum Verdienste, daß er diese bis jetzt unbekannten und wenig zugänglichen neuen Quellenschriften rasch benützend, sie in Verbindung mit früher Vorhandenem und ihm sonst noch Zugekommenem verarbeitete und so neues Licht über Frank und seinen Anhang verbreitete. Es bestätigt sich nun, was allerdings jeder Geschichtskenner mit nüchternem Blicke schon bisher nicht anders annahm, daß Frank ein Ausläufer Schabbathai Zebi's war, ein kabbalistischer Schwärmer, der den Glauben, eine neue Jncarnation des Messias oder gar Gottes zu sein, um sich verbreitete und als ״heiliger Herr" die ausschweifendste Verehrung seines Anhanges, ja Anbetung fand, daß er, von den Juden bedrängt und der Religionsmengerei ohnedies geneigt, in der Türkei, seinem früheren Aufenthalte, scheinbar den Islam, später in Polen ebenso scheinbar den römischen Katholieismus annahm, auch auf dem Wege war, als Polen unter Rußland's Zuchtruthe fiel, dasselbe Spiel mit dem griechischen Katholieismus zu treiben, um dann in Offenbach ein mit mysteriösem Dunkel umhülltes Leben fortzuführen und zu beschließen. Hrn. Dr. Gr.'s Schrift ist reich an interessanten Details, vermag jedoch nicht alles Räthselhafte in dem Leben dieses seltsamen Menschen zu lösen und läßt uns namentlich ohne Aufschluß darüber, woher Frank in seiner langen Laufbahn zu den ans Fabelhafte gränzenden Summen seines Bedarfs gelangte. Die Lösung dieser Frage steht aber im engsten Zusammenhänge mit der einer andern, wie es möglich ist, daß ein körperlich wie geistig so unbedeutender

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