Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 1 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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III. Bileam und Jesus. 37 jedoch, an den dieselbe Anfrage gerichtet wird, erwidert: ihr Gutes suche, nimmer ihr Böses, wer sie berührt ist wie wenn er seinen (oder: Gottes) Augapfel berührte! Und die Gemara fügt dem hinzu: Nun siehe welch, ein Unterschied ist zwischen Frevlern in Israel und heidnischen Propheten! Wir dürfen in solchen Aussprüchen den bestimmten Ausdruck finden für die Empfindungen, welche in der ersten Entstehungszeit des Christenthums unter Juden wie Christen vorherrschten; die Verbreitung des wahren Gottesglaubens, eine Prophetie unter den Heiden, wurde auch von den Juden als verdienstlich anerkannt, die Aufhebung des Gesetzes galt auch unter den ersten maßgebenden Lehrern des Christenthums als Verbrechen. Für Beides erschien Bileam als Vorbild, und unter seinem Namen ward dem Stifter des Christenthums Anerkennung wie Tadel bei Anhängern und bei den ihn verwerfenden Juden; nur schränkten diese die Anerkennung auf die Mission für die Heiden ein, während jene mit dem Tadel nicht ihn, sondern den Heidenapostel belegten. H 29. Jan. iv. Die Castration der Zug- und Mastthiere. Von Rabb. Or. Grünebaum. Die Castration dieser Thiere möchte ich, im Gegensatz zu Dr. Rothschild (Bd. V S. 118 ff. d. Ztschr.), wenigstens durch einen Nichtjuden, besonders durch einen Thierarzt, durch welchen das Thier jedenfalls am wenigsten gequält wird, geradezu gestatten. Es ist noch lange nicht ausgemacht, ob das Verbot Lev. 22, 24 nicht überhaupt bloß für Palästina Geltung haben sollte. Allerdings spricht der religiös-sittliche Grund, d/n man der Vorschrift gewöhnlich unterlegt, mag man ihn mit Chinnuch in der Verpflichtung zur Achtung vor der Schöpfung Gottes finden, die man nicht willkührlich in den Trieben zur Erhaltung der Gattung hemmen dürfe, oder in dem Gebote der Barmherzigkeit auch gegen die 1) Diese Darstellung dürste auch eine Bestätigung sein für die Beziehung der ״Nikolaiten" (Apokal. 2, 6. 15) als Bileamiten auf die Anhänger des Paulus; doch überlasse ich diese Anwendung den neutestamentlichen Exegeten.