Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 6 (1868)
- Issue
- 1 (1868)
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2420973-2420992-2420993--1633-2422636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
I. Unser Gottesdienst. 21 So wollen auch wir die Organe der gewonnenen Erkenntniß, Werkzeuge des hervortretenden Bedürfnisses sein, und das Werk wird gelingen. Scheuen wir nicht den Unverstand und die Trägheit, die sich dagegen auflehnen möchten; ein jeder Fortschritt muß erkämpft werden, um so lohnender ist der Sieg, der Frieden über Alle ausbreitet. II. Seiträge zur Grammatik der hebräischen Sprache- Von D1\ K. Köhler. .לו .1 Jedem vorurtheilslosen Forscher der biblischen Literatur wird sich Wohl die Ueberzeugung schon aufgedrängt haben, daß eine ziemliche Zahl von Wort- und Redeformen der Massoreten- und zum Theil der noch früheren Soferimperiode nicht mehr in ihrer ganzen Bedeutung erkenntlich oder geradezu unverständlich geworden war und daß dadurch manche Fehler und vom richtigen Verständniß ablenkende vermeintliche Verbesserungen, die im Grunde nichts anderes als Verschlimmerungen sind, herbeigeführt wurden. Beschränken wir uns vorläufig darauf, auf ein Wort aufmerksam zu machen, dessen Geschichte, weil es so vielfach verkannt worden, besonderes Interesse darbietet, — es ist das Wörtchen *.לו לו, arabisch לו, aramäisch לראי, ist eine alte Imperativform לויי — Wende doch daß es so komme (wie פן aus פ2י — Wende doch ab (daß es nicht komme) und או aus אוי — wolle vgl. das lateinische v61 (v6) von veile). Die Vokale a i haben sich besser erhalten in אולי (aus או לוי — möglich daß — vielleicht) oder אחלי (aus אח לוי ach daß doch sei). Der Schriftcharakter des Wortes ist sehr schwankend — bald לו bald לוא oder לא —. Das Bedürfniß der Lesemütter hat sich eben erst spät fühlbar gemacht, dadurch wurde aber die Schreibung solcher Worte vielen Schwankungen und Irrungen ausgesetzt. Man denke nur an die Pronomina und Pronominalsuffixe: את und ת ,ת;את und ת oder תי und sehe, wie viel Schaden diese Verwechslungen angerichtet haben! — Bedenkt man nun die Gefahr, so leicht לא mit לא, das heißt Ja mit Nein, geradezu verwechseln zu können, so begreift man,