Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 230 (sequence 150)
- Language
- German
- Belongs to
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230 Ä Aus Briefen. aus den Zeiten Seleukus Philopator's (IV) 180 findet sich der Monatsname יהדץ־ yussudan. Die Stelle Esra's erklärt nun diesen Namen, als den des ersten Monats, der sonst in Ninive den Namen nisaii, trägt. Es ist vielleicht zu lesen: זלוא יסדן עלח. Da der erste Monat (Marches wan, ass. Arahsavna) ideographisch der ״Gründungsmonat" genannt wird, würde ich ohne die Esrastelle ihn mit *יהק identificirt haben. sJch wollte diese Bemerkungen, von einem so competenten Gelehrten ausgehend, den Lesern nicht vorenthalten; doch sind die Vermuthungen Derenb.'s wie Oppert's, wie mir scheint, beide gewagt. Die Bedenken des letzteren gegen den ersteren ließen sich freilich beseitigen. Wenn nämlich das Neujahr auch zu Esra's Zeiten keinen persischen Namen gehabt, so handelt es sich hier darum, daß der Name zur Zeit der Maßorethen bekannt war, und das ergiebt sich aus der Stelle der jerus. Gemara. Ob das Wort nun hebr. כדום, wie wir es in der jerus. Gem. lesen, oder כודוץ zu schreiben wäre, ist gleichfalls ohne Belang, da uns das von Derenb. vorausgesetzte Keri ja eben fehlt und in jeder beliebigen Form hinzugedacht werden kann. Auch daß nicht der erste Monat, sondern dessen erster Tag Nuruz heißt, spricht nicht gegen Derenb., da ja gerade von dem ersten Tage des ersten Monates die Rede ist. Freilich sind sonst alle spätbiblischen Beispiele der Art, daß für den Monat ein Name mit זדוא angegeben wird, jedoch schließt dies nicht aus, daß auch der Name eines ausgezeichneten Tages durch חרא verbunden werden könnte. Die Hauptschwierigkeit bleibt die, daß die Maßorethen eine solche kühne Aenderung vorzunehm-n gewagt hätten, daß jede Spur des Keri — denn die Punctation ist doch ein sehr unsicheres Kennzeichen — verloren gegangen; zur Annahme einer solchen Vermuthung, die doch eigentlich ziemlich in der Lust schwebt, wird man sich, bei Anerkennung alles Scharfsinnes schwer verstehen. — Auch die Vermuthung Opperts, wenn sie auch zu keiner so kühnen Operation ihre Zuflucht nimmt, ist nicht frei von Schwierigkeiten. Ob das assyrische Jussudan der ״erste" Monat ist, ist anderweitig nicht bezeugt; daß jede Erinnerung daran bei Uebersetzern und Erklärern sich verloren, trotzdem daß die Maßorethen eine Ueberlieferung davon hatten, ist gleichfalls sehr schwer anzunehmen. Es liegt hier offenbar etwas Befremdliches vor, und es ist immer gut, wenn wiederholt darauf aufmerksam gemacht wird, sollten auch die versuchten Lösungen bisher noch unbefriedigend ausfallen. G.i