Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 5 (1867)
- Issue
- 2-3 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 149)
- Language
- German
- Belongs to
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Aus Briefen. 229 Gebieten der Fall ist, wo uns die Entstehung und Fortentwickelung der religiösen Ideen und Anschauungen so ziemlich bekannt ist, so ist es natürlich nicht zu verlangen, daß alle Erscheinungen in dem religiösen Leben solcher Juden, deren Existenz uns sogar bisher unbekannt war, alsbald bei ihrem ersten Bekanntwerden nach Ursprung und Zusammenhang klar dargelegt werden sollen. Die Erläuterung wird hoffentlich nicht ausbleiben, wenn sie auch für jetzt noch abgewartet werden muß. Aus einem Schreiben des Hrn. Prof. Oppert, Paris im März. Sie kennen Wohl die kleine Abhandlung des Hrn. vr. D erenbürg im llournal asiatique über ושד Esra 7, 9. fD. findet es nämlich mit Recht höchst auffallend, daß die Männer, welche unjern Text mit Voealen und Accenten versahen, statt des einfachen ח2ד, wonach der Sinn wäre: am ersten des ersten Monats begründete (d. h. begann) er (Esra) den Aufgang aus Babel und am ersten des fünften Monats kam er nach Jerusalem — daß sie statt dessen ein unverständliches ושד setzten und dieses durch die Accente noch von dem folgendem!הנלעלד entschieden trennten. Ohne hier auf die Schwierigkeiten einzugehen, welche die natürliche Lesart darbietcn konnte, sei nur die Lesart und Erklärung hervorgehoben, welche D. den Punctatoren beilegt. Er glaubt, sie hätten eigentlich ein Kcri דש; dem Ketib ישד substituirt, und diesem.sei dann die Punctation des Keri, wie gewöhnlich beigesetzt worden, das Keri habsffich aber, vielleicht weil man es nicht verstanden, verloren. נלש aber, das auch im Thalmud jerus. Abodah sarah 1, 2 vorkommt, ist das persische Nuruz, das persische Neujahr, mit dem also der erste des ersten Monats erklärt wird. G.j Seine Annahme unterliegt, wie mir scheint, schweren Bedenken: 1. Zu Esra's Zeiten sprach man in Babylon nicht persisch; dies beweisen zahlreiche Inschriften, aus Artaxerxes' Zeiten datirt. 2. Neujahr hieße auf keinen Fall נדש, sondern navarauc, müßte also נורוץ geschrieben werden. 3. ist Nuruz auf jeden Fall nur der Name des Tages, nicht des ganzen Monats, der Bägayädis im Persischen hieß. 4. Weßhalb würden endlich die Massorethen das Wort geändert haben? דש: hat nicht den Grund aufzuweisen, der z. B. die Aenderung von שוגל in טוכב erklärt. Ich gebe hingegen Folgendes zur Erwägung: In Keilinschriften