Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 228

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 228 (sequence 148)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2420973-2420997-2420999--1516-2422600
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

228 Aus Briefen. noch 920 vorkommt, hätten Sie schließen können, daß p. 78 ein einfacher Druckfehler sei. Hier muß es nämlich Z. 17 heißen: Vom I. 735 an kommt diese Aere auf den Grabschriften gar nicht mehr vor; die unterstrichenen Worte sind in der Correctur ausgefallen. Es thut mir leid, daß ich auch in Bezug auf die Eu logieen Ihnen nicht beistimmen kann. Sie wollen dieselben, und zwar als auf Grabschriften gebräuchlich jdies nicht, sondern überhaupt G.j, in der alten Literatur nachgewiesen haben, während in derselben kaum die Existenz von Grabschriften überhaupt nachzuweisen ist. Die Idee der Eulogieen war aber den Alten unzweifelhaft bekannt, wenn es sich damit auch nicht so Verhält, wie ich es irrthümlicher Weise p. 90 angegeben habe — was Sie S. 229 mit vollem Rechte gerügt haben. — Als ich nämlich die Stelle aus Zunz besprach, wohnte ich auf dem Lande und war durchaus nicht in der Lage, die von ihm beigebrachten Citate nachzuschlagen. Allein das Vorkommen von drei Eulogieen auf dem einzigen bekannten Grabsteine aus Tortosa, ferner das Vorkommen derselben auf jüdisch-griechischen wie auch auf griech. und lat. Grabsteinen der Christen der ersten Jahrhunderte ist, wie ich glaube, so überzeugend für den Gebrauch der Eulogieen auf den Grabsteinen, daß das Vorkommen derselben in der Krim an und für sich gar nicht auffallend ist. Freilich ist die Entstehung einer Eulogie wie תטזדזעי — die aus 2 Mos. 16, 14 und Jes. 26, 19 combinirt zu sein scheint — nicht leicht erklärlich, und Ihre Bemerkungen darüber S. 231 f sind sicher richtig. Allein Sie sind es ja, der Vorzugsweise darauf hingewiesen, daß die aus Judäa und dann aus Babhlonien ausgegangenen religiösen Normen, welche später so ziemlich die Alleinherrschaft erlangt haben, ursprünglich nicht die in Israel alleinherrschenden waren, daß vielmehr neben ihnen noch viele andere religiöse Formen und Anschauungen existirt haben, von denen sich nur Neste bei Samaritanern, Karäern, kaukasischen Juden und, füge ich hinzu, auch in der christlichen Kirche, — wie z. B. über verbotene Verwandtschaftsgrade in der Ehe und manche Cultusgebräuche — erhalten haben. Auch die Gedankenwelt Judäa's und Babyloniens ist nicht in ihrer Totalität auf uns gekommen, wie so manches bei den Kirchenvätern und im Islam Vorkommende, offenbar aus dem Judenthum Herstammende, aber in der erhaltenen Literatur nicht Nachweisbare bezeugt. Wenn dieses auf

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.