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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 226

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 226 (sequence 146)
Language
German
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226 Aus Briefen. voll, indem man aus ihr genügende Erinnerungen hatte, und so entstand in Judäa jene alte Aere, die sich auch zu den fernen Juden hin verbreitete und dort noch späte Spuren zurückgelassen hat. In dem Jahrhundert, welches nach dieser Aere das vierte Jahrtausend beschloß, hatten sich gewiß auch durch diesen Umstand die messianischen Erwartungen mächtig gesteigert, und dieses Jahrhundert als das des herannahenden Heils, als עת ישועת ישראל bezeichnet zu sehen, kann nicht auffallend sein. Darum ist mir die Erklärung dieser auf der Grabschrift vom I. 702 ״nach unserm Exile," welche dem I. 6 nach Ehr., aber dem I. 3917 nach der alten Schöpfungsäre entspricht, nach solchem Sinne (vgl. Ztschr. Bd. III S. 132) noch immer ziemlich wahrscheinlich. 3. Allein die vier Jahrtausende waren abgelaufen; in dem letzten Jahrhundert war sogar das letzte Bollwerk vernichtet worden, eine messianische Seete hatte sich auf ganz andern Grundlagen gebildet. Was blieb aber den Juden mit ihrer Zuversicht auf den Eintritt der neuen Weltzustände, der nach ihren Erwartungen gestalteten Messiaszeit? sollten wirklich die vier Jahrtausende um sein und die sicher genährte Hoffnung auf diesen Zeitpunkt getäuscht sein? Ehe man sich zum Aufgeben einer so lang gepflegten Er- Wartung entschließt, sucht man sie vielmehr zu corrigiren und sie so aufrecht zu erhalten. Die Berechnung, sagte man, ist irrig, der persischen Zeit ist zu viel eingeräumt, und statt der 185 Jahre, die man ihr mit Recht angewiesen hatte, glaubte man sie auf 34 verkürzen zu können; waren ja Ereignisse und Persönlichkeiten aus ihr ziemlich verwischt und die Verkürzung daher leicht. Leichter offenbar noch den Pharisäern, die für ihre Geltung aus jener Zeit gar keine Erinnerung haben konnten, aber auch die Sadducäer mochten, wenn auch die Perserzeit gerade die Blüthezeit ihrer Vorfahren war, doch deren Abkürzung nicht ernst widerstreben gegenüber dem mächtigeren Bedürfnisse, das Ende der vier Jahrtausende noch in eine längere Zukunft hinauszurücken. So entstand die neue Schöpfungsäre, die sich allmälig befestigte, wenn sie auch in fernen Gegenden nicht sobald die alte verdrängte. Freilich erwies sich 240 nach Ehr. auch die neue Schöpfungsäre als den Hoffnungen nicht günstig; auch nach ihr waren nun die vier Jahrtausende erfüllt. Wirklich gelangte auch diese Schöpfungsäre erst sehr spät zu allgemeinem Gebrauche, dennoch erhielt sie sich im Andenken und die Berechnungen, auf welchen sie ruhte, namentlich die Verkürzung

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