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Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben · 1867-01-01 · 2-3 (1867) · p. Seite 224

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Journal
Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
Volume
5 (1867)
Issue
2-3 (1867)
Date
1867-01-01
Page
Seite 224 (sequence 144)
Language
German
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224 Aus Briefen. scheint ehedem in jenen Gegenden allein herrschend gewesen zu sein; sie findet sich auf den ältesten Grabsteinen, welche dem I. 6 nach Chr. und dem I. 30 nach Chr. angehören sollen, ausschließlich (als 702 und 726 nach unserm Exile), dann noch auf zwei andern, die den Jahren 89 und 369 n. Chr. angehören sollen, in Verbindung mit der alten krim'schen Schöpfungsäre (als 785 n. uns. Ex. und 4000 n. d. Schöpf., 1065 n. uns. Ex. und 4280 n. d. Schöpf.). Später verliert sich diese Aere auf den Grabschriften, und ihr Vorkommen in andern Epigraphen aus späterer Zeit ist nicht genug bezeugt (vgl. Chwols. S. 29 f), wenn auch die Erinnerung daran sich bis in's zehnte Jahrh. hinein erhalten zu haben scheint (vgl. Ztschr. Bd. III S. 304 und Bd. IV S. 224 Anm.). Von wem nun, entsteht als erste Frage, kann eine solche Aere herrühren? Doch offenbar nur von Gliedern des ehemaligen Jsraelreiches; Glieder des Reiches Juda, die nach dessen Zerstörung auswanderten, zählten nicht nach der Auflösung des israelitischen, efraimitischen Reiches, am Allerwenigsten als nach ״unserm" Exile. Von solchen Gliedern des Jsraelreiches sollte man nun erwarten, daß sie Beziehungen zu den Samaritanern gehabt; allein davon ist keine Spur, und auch die von ihnen gebrauchte Schrift ist die judäische, nicht die samaritanische. Um diese auffallende Erscheinung zu erklären, muß man sich eben zur Annahme bequemen, daß diese fernen Exulanten unbetheiligt an dem Streite geblieben, der später zwischen den Nachkommen der Israeliten (Efraimiten), den Samaritanern, und denen der Judäer, den Juden, entbrannte, ihre Geistesbildung von diesen empfingen, aber trotzdem ihre Zeitrechnung nach der Zerstörung des israelitischen Staates feststellten (Bd. IV S. 219). 2. Macht schon diese Aere ״nach unserm Exile" Schwierigkeiten, so bietet die alte Schöpfungsäre noch größere Räthsel, die gelöst werden müssen. Sie übersteigt um 151 Jahre die später herrschend gewordene, sie hat, wie Chw. richtig bemerkt, ihren geschichtlichen Anhalt darin, daß sie für die persische Zeit, welche in der üblichen Schöpfungsäre so sehr verkürzt worden, den genügenden Raum läßt. Wann und wo ist nun diese alte Schöpfungsäre entstanden, wieso ist sie später durch eine unrichtigere so verdrängt worden, daß wir ihre Spuren nur noch in diesen krim'schen Inschriften finden? Weder aus dem Jsraelreiche noch aus dem des Reiches Juda kann sie stammen. Lebenskräftige Völker rechnen nach Ereignissen, welche in

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